das-war-nicht.net: Beschwerde-Blog für Verbraucher geplant

Donnerstag, 15. November 2007

Da hatte wohl jemand die Faxen dicke: Nachdem Robert Basic Ärger mit der Telekom hatte, hat er sich entschlossen, ein Beschwerde-Blog ins Leben zu rufen: Unter der Domain das-war-nicht.net sollen künftig Verbraucher, die sich unfair behandelt fühlen, ihre Beschwerden veröffentlichen können.

Grob skizziert sieht das Konzept so aus: Verbraucher wenden sich mit ihren Beschwerden an das das-war-nicht.net-Team. Um zu verhindern, dass die Texte mit Beleidigungen und Verleumdungen gespickt sind, sollen einige wenige Regeln gelten, an die sich die Schreiber halten müssen. Um die Einhaltung sicher zu stellen, sollen freiwillige Moderatoren die Beiträge erst nach einer Prüfung freischalten. Das soll verhindern, dass das Projekt innerhalb kurzer Zeit eingeht, weil Unternehmen ihre Anwälte auf die Blog-Betreiber hetzen.

Der Bedarf für eine solche Plattform ist ohne Zweifel riesig. Weil die Gefahr juristischer Konflikte aber sehr groß ist, wagt Basic mit seinem Projekt einen Tanz auf der Rasierklinge, wie bei Onlinemarketing konkret treffend dargestellt wird:

Wenig Regeln - klare Worte - Streit, Abmahnungen, Klagen - Ende!

oder

Klare Regeln - sanfte Worte - harte Moderation - x-tes Plauder-Forum

Zünglein an der Waage könnte die hohe Bekanntheit und der gute Ruf sein, die Basic als der laut den Deutschen Blogcharts meist verlinkte Blogger genießt. Die dadurch garantierte große Aufmerksamkeit in der Blog- und Medienwelt könnte das-war-nicht.net davor bewahren, zu Tode geklagt und abgemahnt zu werden. Zumindest müssten bekannte Marken-Unternehmen befürchten, dass der Image-Schaden groß ist, wenn sie ihre Anwälte auf das Projekt loslassen, statt auf die Beschwerden einzugehen. Denn der Blog soll nicht nur als Online-Pranger, sondern laut Robert Basic auch als Kommunikationsplattform dienen:

natürlich begrüßen wir es, wenn die Unternehmen sich zu den Vorwürfen äußern würden. Das soll kein Pranger für Firmen werden, sondern eine mögliche Anlaufstelle für einen offenen Dialog

Das schlechteste Produkt des Jahres

Dienstag, 30. Oktober 2007

Der internationale Verbraucherschutzverband Consumers International hat in Sydney den Bad Products Award vergeben. Zu den “Gewinnern” gehören Coca-Cola für das Tafelwasser Dasani, das aus den selben Quellen stamme wie Leitungswasser, und das Pharmaunternehmen Takeda Pharmaceuticals, das Schlafmittel für Kinder beworben hat.

Welche Produkte hätten in Deutschland den Anti-Preis verdient?

  • Als aktuelles Beispiel fällt mir der Ipod Touch von Apple ein, der zwar per WLAN ins Netz kann, aber offenbar außer Stande ist, selbstständig aktuelle Podcasts herunterzuladen. Was für eine grandiose Fehlplanung.
  • Ikea-OnlineshopIn der Kategorie “online” möchte ich neben einer Reihe sinnloser Web-2.0-Startups den so genannten Onlineshop von Ikea nominieren. Bei dem kann man allerhand bestellen, aber nicht das gesamte Sortiment. Wer also eine komplette Küche ordern will, erfährt an der kostenpflichtigen Hotline, dass der geneigte Homeshopper dies bitte per Fax erledigen möge - und für die Mühe des Bestellnummernabtippens dann auf den Online-Versandkostenrabatt von 30 EUR verzichten darf. Ist also eher ein Offline-Shop…
  • Ein Dauerbrenner ist natürlich die Deutsche Bahn: Das Tarifsystem in Deutschland ist so kompliziert, dass es ohne (eine größere Portion) menschliche Intelligenz nicht möglich ist, den individuell günstigsten Fahrschein zu kaufen. Ich habe jedenfalls noch keinen Automaten gesehen, der das au-to-ma-tisch kann.
  • Shell-Werbung mit SternchenLast but not least trifft es Shell, stellvertretend für alle, die ihre Werbeaussagen mit Sternchen versehen. Shell hat das Pech, dass diese Werbung mir als letztes aufgefallen ist. Während ich im Auto saß, konnte ich zwar das Werbebanner an der Tankstelle sehen und die Botschaft aufnehmen, der Sternchentext war aber beim besten Willen von der Straße aus nicht zu entziffern. Und da die Grafik auf der Website sich auch nicht vergrößern lässt, weiß ich bis heute nicht, unter welchen Bedingungen Diesel-Tanker vom Shell-Sprit profitieren können. Ich wundere mich schon seit langem, dass solche Werbung in Deutschland erlaubt ist und empfinde sie als großes Ärgernis. (Schön finde ich aber den Realismus, den das Plakat vermittelt: Da stehen auch alle Autos im Stau.)

Weitere Nominierungen werden gerne entgegengenommen.

Der gefälschte Fachverkäufer

Freitag, 26. Oktober 2007

„Werber im Tarnanzug“ titelt die aktuelle Ausgabe des Spiegel. Gemeint sind Verkäufer in Kaufhäusern, die die Kunden scheinbar objektiv beraten. Allerdings nur scheinbar – denn sie werden für ihre Beratung nicht vom Kaufhaus bezahlt, sondern vom Hersteller eines bestimmten Produkts. Im Artikel wird der Elektronikhersteller Philips aufgeführt, der eine Beraterin in eine Karstadt-Filiale geschickt hat, um elektrische Zahnbürsten anzupreisen. Sie trägt kein Schild, durch das erkennbar wäre, dass sie zu Philips gehört und eben nicht zu Karstadt. „Als die Tarnung aufflog, fühlte sich der Kunde Gregor L. geleimt.“

Dass Promoter in Kaufhäusern für Produkte einer bestimmten Marke werben, sei inzwischen zum Trend geworden. Alleine die Marketingagentur MV Group stelle dieses Jahr 70.000 Einsatztage von Promotern in Rechnung, schreibt der Spiegel. Diese Werbeaktion sei nicht immer seriös. Denn ist der Promoter getarnt, denken die Kunden, sie würden von einem neutralen Kaufhaus-Mitarbeiter beraten.

Solange der Kunde die Propagandisten als Werbeleute erkennen kann, ist das zwar mitunter nervig, aber noch kein Nepp. Unseriös wird die Praxis aber, wenn der Promoter als scheinbar neutraler Verkäufer auftritt. Und das kommt immer häufiger vor.

Im Spiegel-Online-Forum wird über das Thema diskutiert: Die meisten sind sich einig: Sie wollen wissen, von wem sie beraten werden.

wwwilly: Getarnte oder versteckte Werbung ist unehrliche Werbung und wenn mir ein Unternehmen in der Richtung auffällt, ist es bei mir unten durch.

beckmueller: Ich finde diese Praxis sehr ärgerlich; das grenzt schon an Betrug. […] Ich werde jedenfalls künftig bei “Verkäufer”-Empfehlungen von Philips-Produkten wissen, was ich davon zu halten habe und den Betrugsversuch durch Meiden des empfohlenen Produkts abwehren.

Mit der Diskussion über gefälschte und echte Verkäufer geht die Frage einher, ob man im Supermarkt überhaupt beraten wird oder ob es notwendig ist, sich vor dem Kauf zu informieren. Auch hier ist man sich im Spiegel-Forum weitgehend einig: Da Fachpersonal in größeren Läden Mangelware ist, sei vorheriges Informieren unbedingt ratsam – gerade bei immer komplizierter werdenden Produkten.

Der User hansxxl erzählt, er habe im Fachhandel gearbeitet. Nicht selten hätten sich Kunden bei ihm informiert und sind dann in einen Supermarkt und haben das Produkt gekauft: „Nicht umsonst ist fast der gesamte Fachhandel eingegangen.“

Kundige Beratung im Discounter gibt es nicht, Fachhändler fast auch nicht mehr. Verbraucher helfen sich jetzt gegenseitig, oft sind Kunden ohnehin über Produkte besser informiert als der vermeintliche Fachverkäufer. Der MP3-Player-Experte berät den, der nichts versteht von MP3-Playern. Und der Fachmann für Waschmaschinen erklärt, was beim Kauf einer Waschmaschine zu beachten ist.

Spiegel-Forum-User kertschy meint deshalb folgerichtig:

„Ein kritischer und informierter Kunde braucht einen Verkäufer allenthalben dazu, Auskunft zu erhalten, in welchem Gang das gewünschte Produkt zu finden ist. Mehr nicht.“

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Hungrig im Supermarkt

Dienstag, 16. Oktober 2007

Einkaufswagen - Quelle: code poetDiese Sparfüchse können einem aber auch alles verderben. Erst sollen wir unser Auto untertourig fahren, um Sprit zu sparen, dann sollen wir unsere Standby-Geräte richtig ausschalten und jetzt sollen wir auch noch vollkommen genussfrei einkaufen. Um im Supermarkt nicht den bösen Tricks der modernen Warenpräsentation zu unterliegen, sollten wir

  • nicht hungrig einkaufen gehen
  • nicht müde einkaufen gehen
  • einen kleinen Einkaufskorb wählen
  • uns streng an einen Einkaufszettel halten
  • uns die Nase zuhalten
  • uns am besten gleichzeitig auch die Ohren zuhalten
  • statt Großeinkäufen öfter kleine Einkäufe machen
  • nur Männer einkaufen lassen
  • nur Supermärkte wählen, in denen man sich im Uhrzeigersinn vom Eingang zur Kasse bewegt.

Wirklich eine Unverschämtheit, dass die Ladeninhaber uns ihre Waren ansprechend präsentieren! Doch was würde es bedeuten, wenn in Supermärkten künftig ansprechende Beleuchtung, Musik und Düfte wegfallen würden, wenn alle Kunden nur noch mit klarem Kopf einkaufen gingen?

Wenn wir lediglich das einkaufen würden, was wir wirklich brauchen, ginge morgen weltweit die Wirtschaft zugrunde. Ich bin 55. Hemden, Hosen, Schuhe – davon habe ich genügend für den Rest meines Lebens.

sagt Supermarktwissenschaftler Paco Underhill, wird aber auch weiterhin Klamotten kaufen. Und ich auch. Ich mache mir keinen Einkaufszettel und keinen Wochenspeiseplan, wie es von der Geizlobby empfohlen wird. Ich gehe nicht gerne mit vollem Bauch einkaufen. Ich genieße es, mich im Supermarkt von den angebotenen Waren inspirieren zu lassen und eine spontane Kaufentscheidung zu treffen. Da macht es auch nichts, wenn ich am Ende mehr Geld an der Kasse lasse als nötig wäre - Genuss kostet eben Geld.

Was sagt eigentlich der Shopblogger dazu?

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Deutsche kaufen moralisch

Donnerstag, 27. September 2007

konsumo, so steht es in unserer Philosophie, soll Verbrauchern helfen, “eine vernünftige Kaufentscheidung entsprechend ihrer Bedürfnisse” zu fällen. Wir haben dabei meist technische Bedürfnisse im Kopf: Wer braucht einen Drucker mit Display? Was bringt eine isometrische Kopfform bei Tennisschlägern? Bei vielen Käufern spielt aber inzwischen auch die Moral eine Rolle. Davon geht jedenfalls Deutschlands oberster Verbraucherschützer Gerd Billen in einem Interview der taz aus:

Wir leben heute in einer anderen, einer globalisierten Welt. Ich kann mit meiner Kaufentscheidung Dinge im Positiven wie im Negativen beeinflussen, unabhängig davon, was meine Regierung macht. (…) Ich erwarte nicht, dass sich jemand 24 Stunden lang mit der Frage beschäftigt, wie Produkte und Dienstleistungen hergestellt werden, die er an dem Tag konsumiert. Aber ich glaube, es ist wichtig, Informationen bereitzustellen. Damit ein Verbraucher die Auswirkungen des Konsums berücksichtigen kann.

Dass die Verbraucher an solchen Informationen auch interessiert sind, sie nutzen und daraus Handlungen ableiten, das belegt eine aktuelle Studie von McKinsey. Gerade die deutschen Konsumenten achten besonders darauf, dass sich Unternehmen auch um das Gemeinwohl sorgen, schreibt die “Absatzwirtschaft“:

Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, Lebensmittel einer bestimmten Marke auf Grund der Firmenpolitik nicht gekauft bzw. Einzelhändler boykottiert zu haben. Rund 40 Prozent der befragten Verbraucher haben anderen außerdem vom Kauf eines bestimmten Produkts abgeraten.

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

E-Mail-Patzer: Deutsche Kreditbank (DKB) spielt Phishern in die Hände

Freitag, 14. September 2007

DKB-Newsletter im Phishing-StilVerbraucherschützer warnen ohne Ende, klären auf und zeigen, wie sicheres Online-Banking funktioniert. Doch Phisher machen immer noch gute Geschäfte, die Aufklärung scheint nur begrenzt zu wirken. Auch die Banken trommeln fleißig für mehr Aufmerksamkeit, weil es schließlich in ihrem ureigensten Interesse ist, das Geld der Kunden zu schützen. Eine Ausnahme scheint die Deutsche Kreditbank (DKB) zu bilden. In einem an Kunden dieser Bank verschickten E-Mail-Newsletter preist die DKB ihr neues Internetbanking an:

Sehr geehrter Herr X,
ganz bequem von Zuhause aus können Sie alle Bankgeschäfte im Neuen Internet-Banking jetzt noch einfacher und schneller erledigen. Überzeugen Sie sich jetzt von den vielen neuen Funktionen und Services!

Und dazu liefert die Bank dann praktischerweise einen Link zur Banking-Plattform - und torpediert damit alle Aufklärungsbemühungen gegen Phishing. Ganz abgesehen davon, dass sie sich damit als sicheres Kreditinstitut meiner Meinung nach selbst disqualifiziert. Denn das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schreibt auf seiner Website:

Geldinstitute, Online-Auktionshäuser wie eBay, aber auch sonstige seriöse Wirtschaftsunternehmen wissen, dass E-Mails von Betrügern leicht gefälscht werden können. Daher werden sie ihre Kunden niemals per E-Mail dazu auffordern, darin angeführte Links anzuklicken und dort vertrauliche Daten einzugeben.

Das gehört zu den Grundregeln gegen Phishing, die auch viele Banken, die DKB eingeschlossen, verbreiten. Dementsprechend schreibt das BSI auch weiter: “Wenn Sie eine derartige E-Mail erhalten, dann können Sie davon ausgehen, dass es sich um einen Phishing-Angriff handelt.” Hinzu kommt, dass die DKB keinen einheitlichen und als echt erkennbaren Link kommuniziert, sondern in dem Newsletter lautet der Link wie folgt:

Zum Internet-Banking :
http://news.dkb.de/link.php?id=d9346389dd91k3913jd8q24
(Ursprüngliche ID durch eine willkürliche ersetzt)

Eine kryptische Weiterleitungs-URL, die zudem nicht mit https:// beginnt, obwohl beispielsweise das BSI Online-Banking-Kunden stets dazu rät, auf dieses Indiz für eine verschlüsselte Verbindung zu achten. Da erscheint es wie ein Treppenwitz, dass die DKB in der selben E-Mail ihren Kunden empfiehlt:

Starten Sie das Neue Internet-Banking direkt und machen Sie sich mit den vielen neuen Funktionen vertraut:
- Bewahren Sie wichtige Dokumente z.B. Ausweiskopien sicher im Tresor

Es kommt noch besser: Auf der sich öffnenden Online-Banking-Seite warnt die DKB selbst mit einem Sicherheitshinweis davor, auf Links in Bank-E-Mails zu klicken und auf der aufgerufenen Seite Daten einzugeben. Der gestern verschickte Newsletter, der genau dazu aufruft (”Starten Sie das Neue Internet-Banking direkt”), wird allerdings nicht explizit erwähnt und auch auf Anfrage per E-Mail hat sich die DKB bisher nicht von dem Newsletter distanziert.

Auch Datenschutz-Handhabung fragwürdig

Nun könnte man dies mit einigem Wohlwollen als einen Ausrutscher werten. Leider aber ist dies nun schon der zweite Fauxpas, mit dem die DKB mir negativ auffällt. Obwohl nicht DKB-Kunde, bekam ich vor wenigen Monaten eine seltsame E-Mail (hier leicht gekürzt und anonymisiert dargestellt):

Sehr geehrte Frau L.,
hiermit bestätigen wir Ihnen, dass wir Ihr Darlehen am 27.03.07 voll ausgezahlt haben.
Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Team Kreditvalutierung
Deutsche Kreditbank AG
Niederlassung Internet
Team Kreditvalutierung(FLS_III)

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: INFO-DKB
An: NL Internet Team Kreditvalutierung
Betreff: RR Frau L. / KV

Sehr geehrte Kollegen,

folgender Kunde bittet um RR:

Name: Dana L.
Konto: XXXXXXXXX
Telefon: 0170 / XXXXXXX
E-Mail: dana.l.@XXXX.de

Frau L. bittet um kurze Info, wann ihr o.g. Darlehen ausgezahlt wird.
Die Kundin braucht eine schriftliche Bestätigung über die Auszahlung als Sicherheit für Ihren Verkäufer.
Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
XXXX XXXXXXXX
DKB-Service GmbH
Team Kundenkommunikation
Hotline

Diese E-Mail ging unverschlüsselt über das Netz und landete in meinem Postfach. Was war passiert? Die DKB hatte offensichtlich eine E-Mail-Adresse von Frau L. gespeichert, die zu einer meiner Domains gehörte. Da die E-Mail-Adresse dana.l.@meinedomain.de aber nicht existierte, schickte der E-Mail-Server sie weiter an mich als Inhaber der Domain. (Anmerkung: Ich betreibe keinen E-Mail-Service und kenne Dana L. nicht. Ich weiß nicht, wie die falsche E-Mail-Adresse in die DKB-E-Mail gelangte.) Auf meine Rückfrage bezüglich des sicheren Umgangs mit Kundendaten bei der DKB erhielt ich leider bis heute keine Antwort.

Fazit

Kunden können einiges tun, um ihr Girokonto auf sichere Art online zu führen. Aber die Bank muss ihren Teil dazu beitragen und sollte mit gutem Beispiel vorangehen, statt die mit Mühe erreichten Aufklärungserfolge gegen Phisher und für sicheren E-Mail-Verkehr zunichte zu machen. Kunden haben durch E-Mails wie die von der DKB kaum noch die Chance zu erkennen, welche Bank-E-Mails echt sind und welche von Phishern verschickt wurden. In den Sicherheitshinweisen der DKB steht übrigens: “Neben unseren Aktivitäten zur Gewährleistung der Sicherheit ist auch Ihr Beitrag als Kunde unverzichtbar.” Bei der DKB mehr denn je, möchte man hinzufügen.

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Weniger Funktionen, mehr Komfort?

Mittwoch, 5. September 2007

Samsung SGH X830Ein kurzer Nachtrag zum IFA-Text von neulich: Die SZ (schon wieder!) stellt unter der Überschrift Chaos im Wohnzimmer fest, dass die Alltagstauglichkeit von Produkten bei den Konsumenten eine immer größere Rolle spielt, aber nur wenige Hersteller das verstehen. Dazu gibt es eine lustige Bildergalerie mit Positiv- und Negativbeispielen.

Allerdings: Ob es wirklich so ist, dass weniger immer mehr ist? Weniger Funktionen = mehr Komfort? Die Gleichung geht meiner Meinung nach nicht immer auf. Denn wenn ich ein neues Handy kaufe, dann hätte ich am liebsten alles in einem: Telefon, Kamera, MP3-Player, Radio, Browser, Navigationsgerät. Nur benutzbar muss es sein. Und Apples Erfolgsgeheimnis besteht dann doch in mehr als bloßem Weglassen

Sprechen Sie IFA?

Donnerstag, 30. August 2007

Vor der Eröffnung der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin lese ich in einer dpa-Meldung zu einer Studie von PricewaterhouseCoopers, dass mehr als die Hälfte (53 Prozent) der Befragten nicht wissen, was sich hinter der Abkürzung HDTV verbirgt. Das Resumee der Marktforscher:

Den Konsumenten fällt es zunehmend schwer, die technologische Entwicklung zu überblicken und eine Kaufentscheidung zu treffen.

Die Süddeutsche Zeitung kommentiert entsprechend auf Ihrer Wirtschaftsseite:

So lassen sich die Werbeabteilungen von Panasonic, Toshiba oder Sony immer neue Abkürzungen einfallen, um Geräte anzupreisen. Dabei vergessen sie, dass zwar die Produkte HD-ready sein mögen - ihre Kunden sind es aber noch lange nicht. Die neuen Möglichkeiten begeistern, aber nur in dem Maße, in dem der Konsument damit umgehen kann.

Die SZ zeigt dabei auf, dass mit dem Einzug von Prozessoren in Fernsehgeräte die Unterhaltungsbranche die Fehler der Computerindustrie wiederholt. Doch auch die Stereoanlage feiere in Zeiten von multimedialen Wohnzimmersystemen eine Renaissance - ihrer Einfachheit wegen. Der Konflikt zwischen buzzword-trächtigen Features und einem bedienbaren Gerät wird laut der oben zitierten Studie aber auch auf anderen Feldern ausgetragen:

Von den Berufstätigen wünschen sich fast 70 Prozent ein einfaches Handy ohne Zusatzfunktionen.

Computer, Unterhaltungselektronik, Telefone - wir haben uns daran gewöhnt, dass wir die Geräte nicht mehr ohne Blick in die Bedienungsanleitung benutzen können. Und für eben solche Geräte scheinen die Hersteller einen Markt zu sehen. Selbst bei elektrischen Zahnbürsten:

Die Oral-B Triumph Professional Care 9900 ist “smart”, so heißt es auf der Verpackung, und das darf der Benutzer wie folgt verstehen: Er kann das Gerät erst benutzen, nachdem er die Bedienungsanleitung mindestens zehn Minuten lang studiert hat. Das ist entwürdigend.

schreibt die Süddeutsche Zeitung in einem Testbericht.

P.S.: In der Studie von PricewaterhouseCoopers bekommt auch die Web-2.0-Gemeinde ihr Fett weg. Es muss eben an allen Ecken und Enden für mehr Verständlichkeit gesorgt werden:

Überraschend ist, dass mit dem häufig genutzten Schlagwort Web 2.0 nur 15 Prozent der Befragten etwas anfangen können. Das trifft selbst auf knapp 30 Prozent der Befragten zu, die sich selbst als Technik-Kenner einstufen.

Auch bei Produkten: Mehr Sicherheit durch mehr Kontrollen?

Freitag, 24. August 2007

Kaum gibt es einen Skandal um Keime/Viren/Gifte in Lebensmitteln/Vögeln/Spielzeug werden Politiker aktiv, aber leider nicht kreativ und fordern: mehr Kontrollen. Reflexartig reagierte entsprechend Verbraucherminister Horst Seehofer auf die Rückrufaktionen von gefährlichem Spielzeug aus China: “Wir müssen gemeinsam mit unseren Ländern, die die Kontrollerfahrung haben, darüber reden.” Die Kölnische Rundschau ergänzt: “Auch das Wirtschaftsministerium will sich für mehr Sicherheit einsetzen.”

Was das Innenministerium bei den Themen Terroristen/Bombenplänen/Flüssigkeiten in Flugzeugen/Computern/Handgepäck vorgemacht hat, wollen die anderen Ministerien jetzt offenbar auch haben. Mehr Sicherheit durch mehr Kontrollen. Doch wie bei der inneren Sicherheit muss man sich bei der Spielzeugsicherheit fragen, ob es nicht reichen würde, die vorhandenen Systeme konsequent anzuwenden.

Die Verbraucherzentralen werben für das TÜV-geprüfte GS-Zeichen (”Geprüfte Sicherheit”) und halten das europaweites CE-Zeichen von Herstellern nicht für wirksam, weil keine Tests stattfänden.

schreibt die Rundschau. Und nebenbei lohnt es sich, mal wieder auf die Mechanismen der Freiheit bzw. der freien Marktwirtschaft zu bauen. Denn ob China diese nun will oder nicht - zumindest im Außenhandel zeigen die Regeln des Marktes auch dort ihre Wirkung:

Die chinesische Regierung hat nach den Skandalen um vergiftete und schadhafte Waren eine Kampagne für mehr Produktsicherheit ausgerufen. Nachlässigkeiten bei Inspektionen soll es nicht mehr geben. So [will] sie für mehr Sauberkeit und Sicherheit bei den wichtigsten Exportartikeln sowie in Restaurants, Kantinen, Schlachthäusern und beim Einsatz von Lebensmittelzusätzen und Schädlingsbekämpfungsmitteln sorgen.

weiß WELT ONLINE und bemerkt nebenbei, dass es in jüngster Zeit Exportskandale bei chinesischer Zahnpasta, Tierfutter, Reifen, Meeresfrüchten sowie mit tödlichen Chemikalien, die in Hustenmittel gelangt waren, gegeben habe. Nicht zu vergessen der Geländewagen Landwind, der bei Crash-Tests katastrophal abschnitt. Diese Häufung kann kein Zufall sein und ist wohl doch eher ein Fall für unseren Innenminister. Denn wir sind uns ganz sicher: dahinter stecken bestimmt die Pläne perfider Terroristen, die die Sicherheit unserer Produkte gefährden wollen.

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Neues Bewusstsein für den Energieverbrauch

Dienstag, 17. Juli 2007

Spätestens seit den neuen UN-Klimaberichten, dem G8-Gipfel und Live Earth ist der Klimawandel in der Politik, in der Wirtschaft und – was viel wichtiger ist – bei der Bevölkerung Thema. Denn erstens werden sich Politiker nur für eine effizientere Energieversorgung und erneuerbare Energien einsetzen, wenn sie sich dadurch Wahlerfolge versprechen. Und zweitens verbrauchen Privatpersonen in Haushalt und Verkehr rund die Hälfte der Endenergie – also die Energie, die nach Umwandlungsverlusten übrig bleibt – und können daher durch die Reduzierung des eigenen Energiebedarfs zur CO2-Reduktion erheblich beitragen. Hinzu kommt, dass geringerer Energieverbrauch fast immer mit finanziellen Vorteilen verbunden ist.

Es stellt sich ein neues Bewusstsein ein: Man macht sich Gedanken über den Spritverbrauch seines Autos, fragt sich, ob man seinen Urlaub auf Mallorca oder lieber an der Ostsee verbringt und achtet auf den Stromverbrauch technischer Geräte. Medien und Politik haben erreicht, dass sich viele Menschen fragen: „Was kann ich fürs Klima tun?“ Der Klimawandel beeinflusst heute Kaufentscheidungen.

Besonders Bewusste können sich ihren persönlichen CO2-Anteil ausrechnen lassen und dann überlegen, ob sie an ihrem Lebensstil etwas ändern können und wollen. Online-CO2-Rechner wie der der Wissenschaftssendung „Quarks und Co“ oder der des WWF errechnen anhand von Angaben zu Heizungsart, Wegstrecken mit Bahn und Auto, Ernährungsstil und Urlaubsreisen die persönliche Jahresproduktion von Kohlendioxid.

Früherer Eintrag zum Thema: Fernseher mit Nebenkosten

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us