Slow Shopping

Mittwoch, 26. März 2008

Screenshot Marktjagd.deDie Leute von Marktjagd scheinen einiges mit uns, dem konsumo-Team, gemeinsam zu haben. Mit dem Spruch “Gemeinsam einfach schlauer sein” bewerben sie ihre Seite. “Gemeinsam einfach schlau” war bis vor kurzem das Motto von konsumo. Auch sonst gibt es ein paar Sachen bei den Marktjägern, die unserer Seite ähnlich sind.

Vor allem aber scheint der Geist, der hinter der Idee der Seite steckt, ein ähnlicher zu sein. Man wehrt sich gegen verdummende Werbung, man sammelt online Informationen für Kunden, man setzt auf die Weisheit der Vielen:

Viele Mitglieder der Marktjagd-Community sind wahre Experten auf ihrem Gebiet. Sie schreiben regelmäßig Beiträge über verschiedene Einkaufsthemen wie z.B. über Lebensmittel, Drogerie, Technik, Tierbedarf, Mode, Wohnen und Haushalt und natürlich über allgemeine Neuheiten und News. In der Marktjagd-Community kann man diese Experten treffen und sich mit ihnen austauschen. Man kann aber auch selber aktiv werden und von seinen Erfahrungen als Konsument berichten. In der Community helfen Verbraucher anderen Verbrauchern.

Dieser Text würde auf konsumo genauso gut passen. Ich weiß nicht, ob man bereits von einem Trend zu bewussterem Einkaufen sprechen kann. Aber vielleicht sollten wir zusammen so etwas wie eine Slow-Shopping-Bewegung gründen.

Noch hat nicht jeder verstanden, was konsumo soll. Und auch bei Marktjagd gibt es Unklarheiten. Bisher bietet die Seite auch - ihr Name legt es nahe - vor allem Informationen über Rabatt-Aktionen im Baumarkt, Schnäppchen beim Discounter oder Kuchen aus der Tüte. Die Philosophie der Gründer spricht aber eine andere Sprache. Ich bin gespannt, ob es ihnen gelingt, die Seite auf diesem Kurs zu halten.

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Clewwa: Suchmaschine für Verbraucher mit Kinderkrankheiten

Montag, 17. März 2008

Screenshot clewwa.deSuchmaschinen gibt es zahllose im Netz. Die Nutzung beschränkt sich allerdings auf eine - Google. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat nun mit Clewwa einen Google-Konkurrenten speziell für Verbraucher gestartet.

Im Unterschied zu gewöhnlichen Suchmaschinen sucht Clewwa die gewünschten Informationen in einem fest definierten Katalog und beschränkt sich dabei auf Internetseiten mit verbraucherrelevanten Inhalten - zum Beispiel von Medien, Behörden, Universitäten oder Verbraucher- und Umweltverbänden. konsumo ist leider bislang nicht unter den indexierten Seiten. Und vielleicht sollten die Macher auch den ein oder anderen Blog in die Datenbank aufnehmen, wie es im Konsumblog vorgeschlagen wird.

Im Vergleich zu Google kann Clewwa auf den ersten Blick gleich mehrfach punkten. Zum einen ist die Seite frei von Werbeanzeigen. Zum anderen fehlen all die nervigen Links zu Seiten, die nur deswegen oben stehen, weil die Betreiber geschickt in Suchmaschinenoptimierung sind: Verbraucher auf der Suche nach verwertbaren Informationen stellen schnell fest, dass die Google-Trefferlisten verseucht sind mit nutzlosen Seiten von Preisvergleichen oder Webshops.

Der Haken an der Sache: Der Nutzen einer Suchmaschine hängt aber nicht in erster Linie davon ab, welche Suchergebnisse sie nicht liefert. Google ist deswegen Marktführer, weil die Suchergebnisse größtenteils eben doch sehr gut zu den gesuchten Begriffen passen. Zumindest auf den ersten Blick scheint es hier bei Clewwa noch einigen Nachholbedarf zu geben.

Zwei Beispiele, die mir bei ersten Tests unangenehm aufgefallen sind: Wer hofft mit der Suchphrase “Beamer Full HD” bei Clewwa Informationen über Full-HD-Beamer zu finden, wird leider enttäuscht. Auf den gerade mal acht angezeigten Seiten geht es um Flachbildfernseher, IPTV oder Videokonferenzen. Die einzigen beiden Seiten, die sich tatsächlich mit Full-HD-Beamern beschäftigen, sind Angebote in einem Online-Shop.

Ein anderes Beispiel: Derzeit wird heftig über das Thema Biosprit diskutiert - demnächst wird ja möglicherweise der Anteil an Bioethanol im Benzin auf zehn Prozent erhöht. Die Suche nach dem kurzen Stichwort “E10″ liefert aber reihenweise vollkommen nutzlose Treffer. Darunter zum Beispiel ein Dokument zur Satzung des “Verein der Freunde und Förderer der Fachhochschule Köln e.V.”, dessen URL zufällig die Kombination E10 enthält. Auf Platz eins der Suchergebnisliste steht eine Seite der US Food and Drug Administration, die rein gar nichts mit Biosprit zu tun hat.

Auch wenn diese vollkommen wahllos ausgewählten Beispiele keinen repräsentativen Charakter haben können, zeigt sich doch: Google ist nicht ohne Grund so beliebt. Die Suchmaschine liefert bei den beiden genanten Suchbeispielen deutlich bessere Suchergebnisse als Clewwa. Will sich die Verbraucher-Suchmaschine also tatsächlich als Alternative zu Google positionieren, muss der Such-Algorithmus besser werden. Derzeit setzt Clewwa auf die Open-Source-Entwicklung Nutch.

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Studie: Gutes Halbjahres-Zeugnis für konsumo

Freitag, 15. Februar 2008

Vor einigen Wochen haben wir an einer Studie unserer ehemaligen Ausbildungsstätte, der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, teilgenommen. Zusammen mit der Freundliche Netzwerke GmbH (Woobby) hat die Hochschule sich dem Thema Internet-Communitys angenommen, und die Fragesteller wollten allerlei geheime Sachen von uns wissen. Jetzt sind die Ergebnisse da, und anders als uns liegen sie Spiegel Online bereits vor.

Demnach gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem, was Community-Betreiber für wichtig halten, und dem, was ihren Nutzern wichtig ist. Für konsumo ziehen wir allerdings den Schluss aus der Studie, dass wir vieles richtig machen und gemacht haben. “Laut Studie will der Durchschnittsnutzer weder Blogs noch Minigames. Er will einen Gratiszugang, eine gute Suchfunktion und aktuelle Nachrichten auf der Startseite,” schreibt Spiegel Online. Stimmt: Unseren Blog lesen Insider, unsere Nachrichten werden von unseren Nutzern gelesen - so ist es ja auch gedacht. Andererseits wirft die Studie auch Widersprüche auf. So geht den Nutzern der Schutz ihrer Privatsphäre über alles, aber knapp 90 Prozent der 172 Befragten sind Mitglied bei StudiVZ.

Community-StudieDiese Grafik (bitte durch zweifachen Klick vergrößern) zeigt, dass der Aktivitätsgrad der Nutzer mit der Größe einer Community steigt. Durch die konsumo-Brille interpretieren wir die Statistik so, dass unsere Community gemessen an ihrer noch bescheidenen Größe überdurchschnittlich aktiv ist. Außerdem gibt uns diese Statistik eine erste objektive Einschätzung dazu, wo wir im Moment - ein halbes Jahr nach dem Start - stehen. Unter den 46 Communitys, die die Fragesteller auf dem Zettel hatten, sind wir in der Nutzergunst offenbar in den Top 12 dieser Grafik.

Unsere Flyer können wir jetzt allerdings wegschmeißen und mit Newsletterschreiben brauchen wir gar nicht erst anfangen. Ja, wussten wir auch schon, dass man damit keine neuen Fans gewinnt. Die Studie belegt einmal mehr, dass Mundpropaganda dafür das beste Mittel ist. Das haben anscheinend die Nutzer noch besser verstanden als die Betreiber. Spiegel Online schreibt allerdings von “einfacher” Mundpropaganda, die sich nur schwer steuern ließe. Da übergebe ich mal an Martin Oetting und ConnectedMarketing…

Nachtrag: Und wenn wir die konsumo-Brille abnehmen, lesen wir die Kommentare bei deutsche-startups.de und finden die auch ganz interessant.

Brockhaus goes Internet - ein paar pessimistische Gedanken

Dienstag, 12. Februar 2008

“In Deutschland existiert eine ausgesprochene Kostenlos-Kultur, was den Konsum audiovisueller Angebote angeht,” war kürzlich in der Studie “Videoportale in Deutschland” zu lesen. Und was für Videoportale gilt, gilt eigentlich für das gesamte Netz, selbst für Seiten, die einen enormen Nutzwert haben. Natürlich denke ich dabei an konsumo, aber auch an XING und heute vor allem an Brockhaus: Die Traditions-Enzyklopädie wird es künftig gratis und werbefinanziert im Netz geben. Nur noch im Netz. Wikipedia hat offenbar gewonnen. David hat Goliath besiegt!

Dass aber Brockhaus offenbar voll auf Werbung setzt und nicht auf ein Premium-Nutzer-Bezahlmodell, verwundert. Die seriöse Mutter aller Nachschlagewerke begibt sich freiwillig in die Gefahr, ihre Inhalte durch Werbung zu verwässern? Kann man kaum glauben.

Logo Brockhaus Enzyklopädie onlineUnd was für Anzeigen könnten das sein? Hochglanzbanner für Luxusgüter? Nein, denn erstens funktionieren Banner nicht mehr. Okay, in der Brockhaus-Zielgruppe vielleicht schon. Zweitens schlägt hier das StudiVZ-Phänomen zu: Die Menschen wollen auf der Seite unterhalten werden respektive Wissen erlangen, aber nicht auf Anzeigen klicken, geschweige denn etwas kaufen.

Oder kontextsensitive Google-Anzeigen? Bei konsumo - wo sich Menschen mit Kaufabsicht tummeln - funktionieren sie ganz hervorragend. Aber soll mich die Anzeige neben dem Brockhaus-Artikel über Otto-Motoren direkt zu Autohändlern in meiner Nähe führen? Wo ist da der Mehrwert, den Werbung im Internet dem Nutzer bestenfalls bieten kann? Fällt mir nichts ein.

Wer die Brockhaus-Multimedia-CD-Roms kennt, weiß, dass auch Videos eine Option für die neue Internetenzyklopädie sind. Und die müssen ja auch finanziert werden. Noch ein Zitat aus der Videoportal-Studie:

Wie die Befragung zeigt, kommen kreative Werbeformen im Umfeld von Video-Content gut bei den Nutzern an. Vor allem Sponsoringwerbung, die vor oder nach dem Abspielen der ausgewählten Videoclips eingespielt wird, ist eine beliebte Bewegtbildwerbeform und wird von zwei Dritteln der Videoportalnutzer voll akzeptiert. Auch innovative und experimentelle Werbekonzepte kommen an, wie zum Beispiel von Amateuren hergestellte Spots oder die Einbindung des beworbenen Produkts direkt in das Video.

Klar, Werbung, die im Zweifelsfall ähnlich unterhaltsam oder informativ ist wie das Video, das ich mir eigentlich angucken möchte, ist ok. Aber das erwarte ich auf Youtube und nicht vom vielleicht angestaubten aber geliebt-respektiertem Brockhaus Verlag.

Hoffentlich trägt sich da nicht eine Institution selbst zu Grabe, die sich lange, vielleicht auch zu lange dem Druck von kostenlosen Wissenseiten wie Wikipedia und der Weisheit der Massen ausgesetzt sah. Schade, irgendwie war es auch immer tröstlich zu wissen, dass das Wissen der Welt manchmal noch zwischen zwei Buchdeckel passt.

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Ein Blog als Dauerwerbesendung

Dienstag, 15. Januar 2008

Platte Werbung mögen wir ja nicht sonderlich. Höchstens, wenn einem mal nach Trash ist, kann man sich das ansehen, was mancher Sender da sendet, manche Zeitung oder Zeitschrift druckt und womit manche Website ihre Besucher vergrault. Wir mögen kreative Werbung, Werbung, die uns unterhält, zum Lachen bringt, über die man eben spricht. Und das ist wohl auch die Idee des Dauerwerbeblogs: Einfallsreiche Werbung, über die man spricht, soll dem gerade gestarteten Angebot Besucher und Einnahmen gleichermaßen bescheren.

Bisher allerdings ist eher das klassische Angebot zu sehen: Google- und Amazon-Anzeigen. Beim Inhalt fällt der Test eines Notebooks auf. “Bei uns gibt es 99 Prozent Werbung und ein Prozent Eigenwerbung”, sagen die vom Dauerwerbeblog. Aber was ist das denn dann?

Das spiegelnde Display ist nicht bestechend scharf, dafür aber gut beleuchtet. Mittelklasse. Fazit: Keine wirklichen Macken und einige schöne Ausstattungsmerkmale (Festplatte, Prozessor, Sound, Schnittstellen) machen das Satellite A210-172 zu einem durchaus zu empfehlenden Paket. Mann, was für ein bescheuertes Fazit. Trotzdem mal angucken.

Da weiß ich ja gar nicht mehr, ob das jetzt objektiv oder subjektiv geschrieben ist, oder einfach nur umsatzoptimiert: durch Nennung kleiner Mängel Glaubwürdigkeit erzeugen. Das ist dann genau das, was wir gar nicht mögen, das ist noch schlimmer als Trash-Werbesendungen. Im Endeffekt hat der Blog für mich durch solche Rezensionen die gleiche Glaubwürdigkeit wie ein Versicherungsmakler: Er verdient nur etwas dran, wenn ich das Produkt auch kaufe (und dazu auf die Amazon-Anzeige klicke).

Wenn der Dauerwerbeblog die Kurve noch kriegt und er tatsächlich zur Präsentations- und Ausprobierplattform für kreative Werbung wird, dann werden wir sicherlich auch mal öfter vorbeigucken. Die ersten 24 Stunden des Blogs können aber noch nicht überzeugen. Vielleicht können wir ja mit einer eigenen konsumo-Werbeidee beitragen? Mal überlegen…

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Wie entsteht Wiki-Wissen?

Freitag, 4. Januar 2008

Christian Pentzold, Doktorand an der TU Chemnitz, hat untersucht, wie Wissen in Wikipedia entsteht und seine Ergebnisse als Buch veröffentlicht. Fünf Fragen geht er laut der Pressemitteilung in seinem Werk nach:

Wie lässt sich die Vielzahl an Dokumenten, aus denen die Wikipedia besteht, angemessen ordnen und beschreiben? Wie lassen sich Aspekte des Diskurskonzepts von Michel Foucault auf die Situation Wikipedia modellieren? Wie entsteht prototypisch ein Wikipedia-Artikel? Wie und worüber kommunizieren die Autoren während ihrer Redigier-Aktivitäten? Wie kommt es, dass sich eine Position etabliert, während andere verschwinden, wo doch alle Autoren die gleichen Rechte besitzen?

Ein sehr wissenschaftlicher Ansatz also. Es ist wohl keine Schande, wenn man gerade nicht so genau weiß, was nochmal das Diskurskonzept von Foucault war, aber das kann man dann ja wieder bei Wikipedia nachgucken. Interessant erscheinen mir aber vor allem die letzten beiden Fragen. Auf der Suche nach den Antworten hat der Wissenschaftler exemplarisch einen Edit-War beim Artikel Verschwörungstheorie untersucht. Dabei stellte Pentzold fest, dass die entbrannte Diskussion einer persönlichen Konfrontation recht nahe kam, weil sie im Minutentakt ablief. Schließlich konnte der Kritiker keine weiterführenden Argumente liefern, sondern beschimpfte andere Teilnehmer, woraufhin er von einem Moderator von der Diskussion ausgeschlossen wurde. So entstand dann wieder eine stabile Version - durch Machtausübung. Und da schließt sich für den Forscher der Kreis zu Foucault und seiner Theorie. Ihr zufolge ist Wissen immer ein Ausdruck von Macht.

In Wikipedia sieht Pentzold zwei Funktionen vereint: Diskussionsraum und Informationsspeicher. Entsprechend heißt sein Buch “Wikipedia - Diskussionsraum und Informationsspeicher im neuen Netz” (Reinhard Fischer Verlag, 294 Seiten, ISBN 978-3-88927-434-2, 20 Euro). (via Golem.de)

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Günther Jauch erforscht konsumo

Donnerstag, 3. Januar 2008

RTL-Übermoderator Günther Jauch erforscht am Sonntag “Die Weisheit der Vielen” - und damit das Grundprinzip, auf dem konsumo fußt. Einen ersten Hinweis auf die Sendung gab vor einiger Zeit schon RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung:

Die Sendung dreht sich darum, ob die Masse immer recht hat. Zum Beispiel ist der Publikumsjoker bei Wer wird Millionär? ja immer der sicherste Rat - und nicht etwa der Telefonjoker. Wir wollen jetzt diesem Phänomen der “Weisheit der Vielen” mit der neuen Show Rechnung tragen. Wir werden ein Live-Experiment auf die Beine stellen, das es in dieser Größenordnung noch nicht gegeben hat.

Als Vorlage für die Show dient das Buch Die Weisheit der Vielen von James Surowiecki. Die Show zum Buch also. Ob es wirklich spannende Unterhaltung wird, wage ich zu bezweifeln. Obwohl: Die Weisheit der Vielen ausgerechnet bei RTL zu suchen, das hat schon was.

Jauch will testen, ob die Fernsehnation schlauer ist als einzelne Experten im Studio. Die Zuschauer treten mit ihren per Telefon, SMS und Internet eingereichten Antworten unter anderem gegen den Geschichts-Professor Eckhard Freise an, der bei Wer wird Millionär? als erster die Million abstaubte.

In der erfolgreichen Quiz-Sendung hat sich übrigens schon oft gezeigt, dass die Einschätzung Vieler gegenüber Einzelmeinungen vorzuziehen ist: Die Statistik verrät, dass der Publikumsjoker bei Wer wird Millionär? viel wertvoller ist als der Telefonjoker: Der Freund am anderen Ende der Leitung liegt nur in 65 Prozent der Fälle richtig, das zufällig zusammengewürfelte Publikum schafft 90 Prozent richtige Antworten.

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Google will’s beweisen: Content is King

Freitag, 14. Dezember 2007

Google plant den Aufbau einer Wissensdatenbank unter dem Titel Google Knols (von Knowledge). Wie das so ist bei neuen, noch geschlossenen Plattformen, machen fleißig Spekulationen die Runde. Knols, der Wikipediakiller? Wohl kaum. Golem benennt den wichtigsten Unterschied zwischen der Artikelsammlung von Knols und dem Gemeinschaftswerk Wikipedia:

Dabei will Google vor allem die Bedeutung des Autoren solcher Artikel in den Vordergrund rücken, wie es nach Google-Weltsicht auch bei Büchern, Zeitungsmeldungen und wissenschaftlichen Artikeln der Fall ist.

Google Knols: Peer ReviewDas wirft unmittelbar die Frage auf, wie Google denn die Echtheit der Autoren feststellen will. Bei Büchern, Zeitungsmeldungen und wissenschaftlichen Artikeln geht der Leser davon aus, dass der Text ein gewisses Qualitätsmanagement durchlaufen hat - und bei Wikis wie Wikipedia oder konsumo ist dieses im System eingebaut. Bei Google Knols, so ist zu befürchten, soll das Vertrauen in die Qualität durch ein nettes Foto des Autors neben dem Artikel aufgebaut werden. Aber nein, der Screenshot verrät, dass es neben den üblichen Kommentaren auch Peer Reviews gibt, ein in der Wissenschaft übliches Verfahren. Es soll also offensichtlich tatsächlich ein Expertennetzwerk aufgebaut werden. Insofern steht Google Knols in einem starken Gegensatz zu Wikipedia: Hier werden Ross und Reiter genannt, wird ein Bild des Autors veröffentlicht, dort sind es gerade die anonymen, nicht registrierten Nutzer, die die wertvollsten Inhalte liefern.

Fraglich auch, wie Google die Inhalte im Zaum halten will. Anderswo hat es ja nach guten Anfängen reichlich Wildwuchs gegeben. Knol-Autoren zu beschränken, ihre Sachkunde im Einzelfall zu prüfen, das kann für einen Massendienst wie Google keine Lösung sein. Oder, Read/WriteWeb?

It won’t be a walled garden but will live on the open web. Attribution will be substantial and Google is presumably working with high-profile topic specialists on the Knol project.

Letztlich folgt Google mit Knols dem alten SEO-Mantra “Content is King”. Nach Google Answers ein weiterer Versuch mit User Generated Content selbst zu punkten, statt nur Drittinhalte zu vermitteln. Sollte der Dienst funktionieren, wird Google damit sicherlich eine große Menge einzigartigen und relevanten Inhalts sammeln. Ob dieser aber mit heute bekannten Wikis oder Fachartikel-Sammlungen konkurrieren oder eine ganz andere Qualität haben wird, lässt sich kaum sagen.

Update:

Einen Satz zur Qualitätsfrage hatte ich im Original-Google-Post übersehen:

Once testing is completed, participation in knols will be completely open, and we cannot expect that all of them will be of high quality. Our job in Search Quality will be to rank the knols appropriately […]

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Relaunch: Kochpiraten wird zu Effilee

Montag, 26. November 2007

EffileeDass das Thema Kochen derzeit ein echter Publikumsrenner ist, merkt man nicht nur an der Kochshow-Flut im TV. Auch im Web köchelt es, besonders deutlich wurde das vergangene Woche durch die millionenschwere Akquise von chefkoch.de durch Gruner & Jahr. Eines der interessantesten Koch-Projekte ist Kochpiraten, ein Wiki für Hobbyköche und Feinschmecker, das mobile.de-Gründer Vijay Sapre ins Leben gerufen hat. Nutzer finden hier Rezepte und Know-how rund um die Küche, können bestehende Beiträge bearbeiten und neue verfassen.

Doch Kochpiraten war gestern, neuerdings heißt der Dienst Effilee. Warum ein neuer Name her musste, erklären die Betreiber in einer Mail, die sie an die registrierten Nutzer verschickt haben:

Was uns fasziniert an der Küche, vor allem an der Spitzenküche, sind Sorgfalt, Hingabe und kompromißloses, manchmal geradezu irrationales Qualitätsbewußtsein. Auf die Dauer konnten wir das mit dem Bild des Piraten nicht in Einklang bringen. Mit Effilee gelingt uns das besser. Es hat unter anderem die Bedeutung “schärfen, anspitzen” und es steht auch für eine besonders naturbelassene Handelsform erstklassigen Geflügels.

Sympathisch ist, dass die Macher es nicht bei dieser PR-Profi-mäßigen Erklärung belassen, sondern auch den etwas banaleren Hintergrund erläutern:

Dies vorausgeschickt, könnte man natürlich trefflich darüber schwafeln, warum man sich nach nächtelangen Diskussionen auf ausgerechnet diesen Namen festgelegt hat. Die Wirklichkeit ist natürlich viel banaler: Wir hatten wegen eines anderen Projektes noch die Domain effilee.de und es klingt halt ganz gut. So gut, daß wir beschlossen haben: Das können und wollen wir mit Leben füllen. Und zwar ab jetzt.

aebleskiver von Effilee-Nutzer guidoAbgesehen vom Namen hat sich bei Effilee noch einiges mehr geändert: Zum Beispiel wurde nicht nur das Logo ausgetauscht, sondern auch das Design stark überarbeitet. Wenn ich mich nicht irre (mein letzter Besuch liegt schon eine Weile zurück), sind auch einige neue Funktionen dabei: So können Benutzer im Stile von Yahoo Clever und Co. Fragen stellen, die andere Community-Mitglieder beantworten können.

Zusätzlich zu den Wiki-Inhalten finden Nutzer bei Effilee auch eine redaktionell gepflegte Restaurant-Datenbank, in der vor allem Gourmet-Tempel aufgelistet sind. Die Gasthäuser sind aufgrund der Bewertungen in renommierten Gourmet-Führern wie dem Guide Michelin in ein Restaurant-Ranking eingeordnet. Zudem stellen ausführliche Portraits eine Reihe renommierter Köche vor. Bei Effilee konnte ich zum Beispiel nachlesen, dass das in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Büro gelegene Restaurant La Société mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde und der aus dem TV bekannte Chefkoch Mario Kotaska seinen Stabmixer, die Küchenmaschine und den Induktionsherd besonders mag. Wen’s interessiert…

Ein Geschäftsmodell haben die Macher von Kochpiraten übrigens immer noch nicht gefunden. Auf der Website heißt es:

Ein netter Journalist hat uns mal als “Startup ohne Geschäftsmodell” beschrieben. Das trifft es ganz gut: Momentan wissen wir noch nicht so genau, womit wir mal Geld verdienen sollen. Aber das findet sich.

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das-war-nicht.net: Beschwerde-Blog für Verbraucher geplant

Donnerstag, 15. November 2007

Da hatte wohl jemand die Faxen dicke: Nachdem Robert Basic Ärger mit der Telekom hatte, hat er sich entschlossen, ein Beschwerde-Blog ins Leben zu rufen: Unter der Domain das-war-nicht.net sollen künftig Verbraucher, die sich unfair behandelt fühlen, ihre Beschwerden veröffentlichen können.

Grob skizziert sieht das Konzept so aus: Verbraucher wenden sich mit ihren Beschwerden an das das-war-nicht.net-Team. Um zu verhindern, dass die Texte mit Beleidigungen und Verleumdungen gespickt sind, sollen einige wenige Regeln gelten, an die sich die Schreiber halten müssen. Um die Einhaltung sicher zu stellen, sollen freiwillige Moderatoren die Beiträge erst nach einer Prüfung freischalten. Das soll verhindern, dass das Projekt innerhalb kurzer Zeit eingeht, weil Unternehmen ihre Anwälte auf die Blog-Betreiber hetzen.

Der Bedarf für eine solche Plattform ist ohne Zweifel riesig. Weil die Gefahr juristischer Konflikte aber sehr groß ist, wagt Basic mit seinem Projekt einen Tanz auf der Rasierklinge, wie bei Onlinemarketing konkret treffend dargestellt wird:

Wenig Regeln - klare Worte - Streit, Abmahnungen, Klagen - Ende!

oder

Klare Regeln - sanfte Worte - harte Moderation - x-tes Plauder-Forum

Zünglein an der Waage könnte die hohe Bekanntheit und der gute Ruf sein, die Basic als der laut den Deutschen Blogcharts meist verlinkte Blogger genießt. Die dadurch garantierte große Aufmerksamkeit in der Blog- und Medienwelt könnte das-war-nicht.net davor bewahren, zu Tode geklagt und abgemahnt zu werden. Zumindest müssten bekannte Marken-Unternehmen befürchten, dass der Image-Schaden groß ist, wenn sie ihre Anwälte auf das Projekt loslassen, statt auf die Beschwerden einzugehen. Denn der Blog soll nicht nur als Online-Pranger, sondern laut Robert Basic auch als Kommunikationsplattform dienen:

natürlich begrüßen wir es, wenn die Unternehmen sich zu den Vorwürfen äußern würden. Das soll kein Pranger für Firmen werden, sondern eine mögliche Anlaufstelle für einen offenen Dialog