“Sparprogramm”: Ein Verbrauchermagazin weniger

Donnerstag, 20. Mai 2010

Verbraucher in Nordrhein-Westfalen (und im Internet) haben bald eine Informationsquelle weniger zur Verfügung. Der Radiosender WDR2 stellt seine Verbrauchersendung Quintessenz ein. Die Sendung, die sich selbst als “Das tägliche ‘Sparprogramm’ auf WDR 2″ bezeichnet, wird jetzt selbst eingespart.

Dem Evangelischen Pressedienst (EPD) sagte ein WDR-Sprecher, dass das Volumen der Verbraucherthemen erhalten bliebe und über den Tag verteilt werde. Nur noch bis Ende Mai bekommen WDR2-Hörer die Informationen gesammelt von 14.30 Uhr bis 15 Uhr, danach ist die Sendung Quintessenz nach fast 40 Jahren Geschichte.

Verbraucher haben damit de facto eine Informationsquelle weniger, aus der sie sich gezielt informieren können. Wer sich für Verbraucherthemen interessiert, wird deshalb kaum den ganzen Tag WDR 2 hören. Mit der Auflösung der festen Struktur “Quintessenz” und der Verteilung der Beiträge über den Tag wird der Sender zu einer Art Cosmopolitan für die Ohren, die irgendwo auch Verbraucherinformationen bietet, aber sicher nicht deswegen gezielt gekauft respektive gehört wird.

Zu hoffen bleibt, dass Verbraucher die Informationen der Quintessenz weiterhin im Internet finden werden. Laut EPD hatte die Sendung den Anspruch, Orientierungshilfen zu liefern, ohne Kaufempfehlungen auszusprechen - genau wie konsumo. Dazu gibt es auf der Seite zur Sendung ausführliche Informationen, einen Newsletter und einen Podcast. Falls diese Angebote ab Juni auch über die WDR2-Website und -Podcasts verteilt werden, wäre das Ende der Quintessenz nicht nur für Radiohörer in NRW, sondern auch für Internetnutzer in ganz Deutschland ein herber Verlust.

Erst surfen, dann kaufen

Dienstag, 30. März 2010

Der IT-Branchenverband Bitkom hat untersucht, wie Verbraucher sich vor Kaufentscheidungen im Internet informieren. Die meisten surfen direkt die Websites der Hersteller an, rund 41 Prozent nutzen Preisvergleichsseiten oder Testberichte. Für Sites wie konsumo birgt die Statistik besonders großes Wachstumspotenzial: Verbraucherportale werden bisher nur von 17 Prozent der Kaufwilligen konsultiert.
Welche Entscheidungshilfen Käufer nutzen
Die Bitkom-Studie bestätigt unsere Erfahrungen über die Zusammensetzung der Zielgruppe: “Besonders intensiv nutzen ältere Surfer die Kommentare anderer Kunden. Zwei Drittel der Internetnutzer ab 65 Jahre lesen die Bewertungen anderer Verbraucher, 39 Prozent geben an, dass die Meinungen anderer ihre Kaufentscheidung beeinflusst”, heißt es in der Pressemitteilung.

Überraschen können die Zahlen des Bitkom sicher nicht. In einer anderen Studie hieß es schon vor fast zwei Jahren, dass 80 Prozent der Befragten das Internet vor größeren Anschaffungen als Informationsquelle nutzen.

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Kein Witz: Apples iPad ist ein Seniorencomputer

Donnerstag, 28. Januar 2010

Steve Jobs: Senior mit iPad (Screenshot apple.com)Wir Macher von konsumo sehen Senioren durchaus als eine wichtige Zielgruppe unseres Verbraucherportals an. Bei vielen Produkten haben gerade Senioren hohen Beratungsbedarf und spezielle Anforderungen. Deshalb widmen wir uns dieser Zielgruppe regelmäßig und berichten beispielsweise über Tests von Seniorenhandys.

Nachdem Apple-Chef Steve Jobs gestern ein neues Produkt vorgestellt hat, das iPad, wird viel darüber gespöttelt. “Der iPod für Senioren” heißt es in den Kommentaren bei Golem.de,  “der Senioren-iPod, ähh das iPad ist da!” heißt es auf einer anderen Seite in der Kategorie “Schenkelklopfer”. Um das Tripel komplett zu machen, noch ein Beispiel: “Apple stellte seinen Jüngern einen XXL iPod für Senioren vor.”

Ein Super-Witz, der nicht besser wird, wenn man ihn noch hundertfach bei Twitter wiederholt.

Andere Seiten setzen sich jedoch ernsthaft mit der Frage auseinander, ob das iPad nicht ein geeigneter Rechner für Senioren wäre. “The iPad - Finally, a Computer for the Late Adopter” schreibt Tekla Perry im Tech Talk:

How do you get a 70-something-year-old woman on the Internet when she’s never used a computer and has just one hard-wired landline phone in her house, no cable TV and no patience for service people, boxes with blinking lights, and frustrating technology? Apple’s new iPad offers a 3G connection starting at $15 a month, paid in advance, no contract. This, finally, is a way to get my aunt on the Internet in a completely non-scary way. Not to mention the fact that the iPad doesn’t need a keyboard, and has no separate touchpad or mouse. My aunt will not have to figure out how to make the cursor move to the right place before she clicks—something that I’ve seen can be difficult for folks that haven’t already learned how to use some kind of pointing device.

Zusammengefasst: Alte Menschen müssen sich keinen DSL-Aschluss legen lassen, sondern können einfach eine Prepaid-Datenflatrate-SIM-Karte ins iPad stecken und ohne den Doppelklick üben zu müssen loslegen. Auch wenn es ganz so einfach nicht sein mag - ich kann mir gut vorstellen, dass das iPad als Seniorencomputer funktioniert. Das glaubt auch die anonyme Seniorenbloggerin bei Bachmichels Haus:

Das faszinierendste daran finde ich, dass der iPad einer ganz neuen Gruppe die Welt der Computer und des Internets erschliessen wird. Wie einfach wird es für sie sein ein solches Gerät zu bedienen. Nur einschalten und mit dem Finger die einzelnen Programme aufrufen. Kein hochfahren, kein ungelenkes Hantieren mit der Maus, keine verwirrenden Programme. Und das beste von allem, der Zugang zu Büchern und Zeitungen, der vorher durch die zu kleine Schrift erschwert war, wird wieder möglich sein, weil sich die Schrift mühelos vergrößern lässt. Vielleicht wird der Anblick von Senioren im Altenheim die sich kichernd über ihr iPad beugen und Spaß haben wie die Teenager schon bald zum Alltag gehören.

Ob Apple diese Zielgruppe im Visier hatte? Auch Steve Jobs wird nicht jünger…

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

EU: Nutzergenerierte Inhalte keine Modeerscheinung

Donnerstag, 29. Oktober 2009

User Created CoffeeWir fühlen uns bestätigt - durch eine der höchsten Instanzen weltumspannender Zusammenarbeit: die EU-Kommission.

Gerade in Europa erfreuen sich Blogs, Social Networks und andere UCC-Plattformen (User Created Content) – wie konsumo.de - wachsender Beliebtheit. „Vier von fünf italienischen Internetnutzern lesen Blogs und 41 Prozent der spanischen Nutzer selbst bloggen. 60 Prozent der tschechischen Nutzer laden Fotos hoch und 48 Prozent der polnischen Nutzer haben RSS-Feeds abonniert“ fasst der IT-Newsdienst Golem.de zusammen.

Diese Zahlen stammen aus einer gerade veröffentlichten Studie der EU-Kommission (PDF), aus der hervorgeht, dass der von den Nutzern erstellte Inhalt absolut im Trend liegt. Also das konsumo-Prinzip: Der User kann nicht nur Information bei uns abholen, sondern auch an deren Gehalt mitarbeiten. Und das soll so bleiben, den „User-Created Content is not just a fashion, it is a long-term phenomenon“ - keine Modeerscheinung sondern eher was längeres also. Ergo: Wir sind auf den richtigen Zug gesprungen. Denn „Ratings and reviews“ ist mit einem Plus von 42 Prozent der am zweitstärksten wachsende Bereich – nach Videos schauen. Videos in unsere Ratgeber einzubinden ist übrigens nur eine der vielen Ideen, die wir noch für konsumo haben.

Wenn sich die mobile Internetnutzung noch weiter verbreitet, können die User bald direkt beim Einkaufen z.B. Vorort im Supermarkt die Kauf-Ratgeber von konsumo.de nutzen. Laut EU-Kommission sollen bis 2012 fast zwei Drittel der Handynutzer in Europa über die schnellen Datennetze kommunizieren können. In Japan verfügt heute schon fast die komplette Bevölkerung über diese Technik.

Laut der Studie fehlt es noch an durchschlagenden Geschäftsmodellen für UCC in Europa. Das soll jetzt geändert werden: Durch die Verbesserung in den Rechtssystemen von Copyright über Datenschutz bis E-Commerce sollen „die europäischen Youtubes und Flickrs aus der Traufe gehoben werden“. Konsumo ist schon da, voll etabliert und in freudiger Erwartung auf die Millionen neuer User, die uns von Brüssel aus prognostiziert werden.

Foto: User Created Coffee (aemosion)

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Video: Corporate Social Responsibility

Freitag, 17. Oktober 2008

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat eine Straßenumfrage zu Corporate Social Responsibility (CSR) gemacht. Umfragen sind zwar Geschmackssache und der Sinn von Fragen wie “Was ist CSR?” ist fragwürdig, aber später im Video kommt durchaus auch Substanzielles zu Tage. Der vzbv bilanziert: “Die Kunden wollen nicht nur ein gutes Produkt, sondern auch ein gutes Unternehmen.”

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Sevgoo: Neues Web-Portal für König Kunde

Mittwoch, 15. Oktober 2008

sevgoo-LogoVerbraucher sein ist nicht immer einfach:  Selbst wenn man weiß, was man haben will, weiß man noch lange nicht, wo und von wem man es bekommen kann. Der gerade gestartete Webdienst sevgoo will Käufern dabei helfen, einen Anbieter für ihr Wunschprodukt zu finden. Wer auf der Suche nach einem bestimmten Produkt ist, kann sein Gesuch einfach auf bei sevgoo veröffentlichen. Anbieter können dann unkompliziert und ohne Streuverluste Kontakt mit dem Käufer aufnehmen und ein Angebot machen. Und die Verbraucher bekommen günstigstenfalls mehrere gute Angebote, bei denen sie sich für das beste entscheiden können.

Für Verbraucher ist der Dienst vollkommen kostenlos. Finanzieren soll sich sevgoo über Gebühren der Anbieter: Um sevgoo-Nutzern ein Angebot unterbreiten zu können, müssen die Verkäufer ein Abonnement abschließen.  Shop-Betreiber, die den Service zum Beispiel einen Monat testen wollen, bezahlen 19,90 Euro und können dafür beliebig viele Kauf-Angebote machen.

Weil sich die Web-Angebote offensichtlich gut ergänzen, kooperieren wir mit sevgoo: Denn wer sich bei einem Produkt noch nicht so gut auskennt, tut sich häufig schwer damit, seine Anforderungen zu formulieren. Im Ratgeber-Wiki von konsumo finden Nutzer Erläuterungen zu den wichtigsten Kaufkriterien - zum Beispiel für Kletterschuhe oder E-Reader. Mit Hilfe dieser Informationen können sie dann bei sevgoo ihre Anforderungen genauer beschreiben und halten ihr Wunschprodukt dann hoffentlich bald in ihren Händen.

Start-Up-Gründer als Weltverbesserer

Dienstag, 2. September 2008

Was macht einen Gründer zu einem guten Gründer? Wenn es nach Deutsche-Startups.de geht, kann man das anhand von genau zehn Kategorien bewerten: Außenwirkung, Erfolg, Technologie, Nettigkeit, Netzwerkfaktor, Zukunft, Internationalität, Unkonventionalität, Originalität und Risikobereitschaft. Anhand dieser Kriterien hat eine Jury vor ein paar Wochen Lars Hinrichs von Xing zu Deutschlands bestem Webgründer gewählt.

Eine elfte Kategorie fehlt: “Soziales Engagement”. Denn es gibt inzwischen doch einige Web-Unternehmen, die versuchen, erfolgreich zu sein und dabei gleichzeitig gemeinnützige Ziele zu verfolgen: Genannt seien hier nur beispielhaft armedangels, kaioo oder utopia. Natürliches gibt es zu diesem Trend längst den passenden Anglizismus: “social entrepreneurship” heißt das neudeutsch.

Wie sozial konsumo ist, mag ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall war es für mich als konsumo-Gründer immer eine große Motivation, dass unsere Seite als Informationsplattform einen gemeinnützigen Mehrwert hat: konsumo kann dabei helfen, dass Verbraucher ihre Kaufentscheidung bewusster treffen und nicht länger dem Werbe-Blabla und der unendlichen Angebotsvielfalt ausgeliefert sind. Wie bitter nötig das ist, sieht jeder auf den ersten Seiten der Google-Suche: Ganz gleich welches Produkt gesucht wird – auf den ersten Seiten tummeln sich fast nur suchmaschinenoptimierte Web-Shops und Preisvergleiche.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint?

Allzu weit darf man sich als Gründer aber nicht aus dem Fenster lehnen, wenn man edle Ziele verfolgt. Denn es gehört dazu, dass sich Gründer, die auch die Welt verbessern wollen, nicht nur kapitalistische, sondern gar hinterhältige Motive unterstellen lassen müssen.

So wurde beispielsweise den Gründern von der Social-Community kaioo vorgehalten, dass sie mit dem Label „gemeinnützig“ nur dem unbeliebten Branchenführer StudiVZ Nutzer abjagen wollten (vor allem wegen ihrer Bertelsmann-Vergangenheit). Und Utopia-Gründerin Claudia Langer, die vorher in der Werbebranche gearbeitet hatte, bekam sogar in einer Schmähschrift im Magazin der Süddeutschen Zeitung ihr Fett weg.

Wenn man so geistreich schreiben kann, dass man für das Süddeutsche Magazin arbeiten darf, hört sich die Kritik an dem Öko- und Sozial-Trend und Utopia ungefähr so an:

Es geht letztendlich um das Bemühen, noch jene Lebensbereiche in den Jargon der Ökonomie und der Warenwelt einzugliedern, die von jeher außerhalb dieser Logik stehen. Kategorien wie „Haltung“, „Ethik“, „Verantwortung“ werden zu Produkten und Wertanlagen unter anderen und werfen, wenn alles gut geht, „emotionale Rendite“ ab. Die Moral und der Lifestyle: Sie gehen in dieser neuen Bewegung keine symbiotische Beziehung ein; das eine wird dem anderen unterworfen.

Natürlich kann man Web-Unternehmen wie utopia oder armedangels unterstellen, dass sie den LOHAS-Lifestyle (LOHAS bei Wikipedia) und dessen Anhänger nur ausnutzen, um Geld zu verdienen. Man könnte jedoch auch in guter alter Rechtstradition im Zweifel für den Angeklagten plädieren: Könnte es nicht sein, dass Unternehmertum und gute Absichten tatsächlich miteinander vereinbar sind?

Natürlich: Letztendlich kann ein Unternehmen nur überleben, wenn es auch Einnahmen hat. Start-Ups müssen irgendwann Geld verdienen. Aber es muss nicht immer die Hauptmotivation eines Gründers sein, auf Erfolg und Millionen zu schielen, wie es die Kategorien von Deutsche-Startups vermuten lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Am Ende des Tages ist es ein gutes Gefühl, ein sinnvolles Produkt auf die Beine gestellt zu haben.

Studie: Großer Einfluss des Internets auf Kaufentscheidungen

Freitag, 13. Juni 2008

Wie wichtig ist das Internet für die Kaufentscheidungen von Konsumenten? Eine Studie mit dem Namen “Digital Influence Index Study” (PDF) kommt zu dem Ergebnis, dass das Internet inzwischen alle anderen Medienformen beim Einfluss auf die Kaufentscheidungen hinter sich gelassen hat.

Für die Untersuchung, die die PR-Agentur Fleishman-Hillard gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Harris Interactive durchgeführt hat, wurden knapp 5000 Internetnutzer in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zu ihren Online-Gewohnheiten interviewt. Die Fragen bezogen sich dabei einerseits auf die Dauer der Nutzung bestimmter Medien und Inhalte, andererseits auf den Einfluss, den die Konsumenten selbst diesen zubilligten. Daraus wurde ein so genannter “Digital Influence Index” errechnet. Wichtigstes Ergebnis: In allen drei untersuchten Ländern ist der Einfluss des Internets auf Konsumentenentscheidungen nahezu doppelt so groß wie der des Fernsehens und etwa achtmal so groß wie der von Print-Erzeugnissen.

Obwohl das Fernsehen, was die Zeit der Nutzung angeht, immer noch einen hauchdünnen Vorsprung vor dem Internet behauptet, ist sein Einfluss auf Kaufentscheidungen anscheinend deutlich geringer. Sieht man sich die Aufteilung der Werbeetats großer Unternehmen auf die verschiedenen Medienformen an, scheint diese Botschaft bisher allerdings noch nicht bei der Wirtschaft angekommen zu sein.

Interessant für konsumo wird es, wenn man sich die Ergebnisse im Detail ansieht: Bei einer klassischen Web-1.0-Anwendung, der Recherche von Informationen, dominiert mit weitem Abstand die Suche nach Produkt-Informationen und entsprechenden Vergleichstests. In allen drei untersuchten Ländern nutzten mehr als 80 Prozent der Befragten vor größeren Anschaffungen das Internet zur Produktrecherche. Nur vor dem Kauf von Gesundheitsprodukten scheinen die meisten Befragten weiterhin eher ihren Arzt oder Apotheker zu Rate zu ziehen.

Bei Elektronikprodukten – und nun wird es web-zweinulliger – verlassen sich Konsumenten nicht auf die Aussagen von Herstellern, sondern suchen bewusst nach Kommentaren und Erfahrungen anderer Verbraucher. Gerade in diesem Bereich scheint ein hoher Bedarf nach unabhängigen Informationen zu bestehen. Eher auf Unternehmensseiten informieren sich Konsumenten hingegen vor dem Kauf von Finanz- und Versicherungsprodukten oder dem Abschluss von Verträgen für Internet, Strom oder Gas.

Möglicherweise lässt sich dieser Trend damit erklären, dass im Bereich der Unterhaltungselektronik eine große Zahl leicht vergleichbarer Produkte und somit auch eine ebenso hohe Zahl von Vergleichs- und Testportalen dafür existiert. Ein solcher Vergleich fällt bei Finanzprodukten schwerer, da sie sich meist in vielen, wenn auch kleinen Details unterscheiden. Hier könnte sich der Ansatz von konsumo auszahlen, nicht konkrete Produkte miteinander zu vergleichen (die oft gar nicht miteinander vergleichbar sind), sondern Verbraucher über die wichtigsten Merkmale eines Produkts zu informieren und es ihnen so zu ermöglichen, ihre Kaufentscheidung besser abzuwägen.

Übrigens: Trotz des ähnlichen Trends gab es auch Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern. Die Deutschen zeichneten sich zum einen dadurch aus, dass sie vor dem Kauf besonders gründlich recherchieren, zum anderen – was uns besonders freut – , dass sie Wikis lieben. Elf Prozent der befragten Deutschen haben schon einmal selbst zu einem Wiki beigetragen, in Großbritannien und Frankreich liegt dieser Wert nur bei fünf Prozent.

Eine englische Zusammenfassung mit schicken Grafiken gibt’s im Blog eines der Verantwortlichen der Studie.

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Produkt-Wiki: Produki liebt Produkte

Freitag, 18. April 2008

Mit Produki geht demnächst eine weitere Website an den Start, die sich im selben Kosmos wie konsumo tummelt. Vorgestellt wurde das Projekt erstmals beim Webmontag Bonn, zu dem es auch schon etwas Feedback gab.

Außer der Präsentation vom Webmontag gibt es noch nicht viel von Produki zu sehen. Die URL www.produki.de leitet weiter zu blog.produki.de/beta, aber auch dort sind nur Screenshots zu sehen, die wenig erahnen lassen. Wer sich für einen Beta-Zugang registriert hat, soll aber spätestens im Mai mehr zu sehen bekommen.

Produki-ScreenshotSo wie sich das Projekt derzeit darstellt, scheinen sich die Gründer stark an ProductWiki orientiert zu haben - darauf lässt ja schon der Name des Projekts schließen. Wie beim amerikanischen Vorbild geht es bei Produki um Produkte, die in einem Wiki beschrieben werden. Im Gegensatz zu konsumo werden dabei aber nicht Produkttypen wie Wanderschuhe oder Küchenmaschine beschrieben, sondern einzelne Modelle der Hersteller. Von dem MP3-Player XY können die Nutzer unter anderem eine Liste von Vor- und Nachteilen erstellen. Die einzelnen Punkte dürfen dann bewertet werden (Daumen rauf, Daumen runter - siehe hier bei ProductWiki).

Die Kommunikation unter den Nutzern wird bei Produki aber besser kanalisiert als bei ProductWiki. Statt unübersichtlicher Foren soll an jede Produktseite eine Frage-Antwort-Funktion gebunden werden. So soll eine Fan-Gemeinschaft zu jedem einzelnen Produkt aufgebaut werden. Produki setzt damit genau an dem Kritikpunkt an, den Jochen Krisch einst gegen ProductWiki vorgebracht hat:

Wohl am wenigsten geeignet, um Erfahrungen im Social Commerce zu sammeln, ist der Technik- und Elektronikbereich. Und dennoch stürzen sich die meisten Startups ausgerechnet auf diese Produktkategorien (s. zuletzt Crowdstorm, Productwiki, etc.). Dabei passen emotionalere, um nicht zu sagen: sozialere Themen weitaus besser zu diesem Shoppingansatz.

Genau den Menschen, die eine emotionale Bindung zu einem Produkt aufgebaut haben, will Produki eine Heimstatt bieten. Das bringt auch der Claim “Wir lieben Produkte” zum Ausdruck - dazu haben wir schon unseren Senf abgegeben. Auf Emotionen basiert laut Aussage auf dem Webmontag auch das Geschäftsmodell: “Durch Produki bekommen Hersteller Zugriff auf Meinungsführer, so genannte Mavens”, erklärten die Gründer. Darin liegt auch ein wesentlicher Unterschied zum ProductWiki. Dort hat man es mehr auf den Verkauf der beschriebenen Produkte abgesehen, Produki dagegen soll auf den After-Sales-Markt zielen. Es sollen also Menschen angesprochen werden, die ein Produkt gekauft haben und nun Fragen dazu haben, etwa weil sie gutes Zubehör suchen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Produki ungewöhnlich viele Verknüpfungen zu konsumo aufweist. Nicht nur, dass beide Plattformen auf ein Wiki im Shopping-Umfeld setzen. Wir sind auch geographisch nah beieinander: Produki in Bonn, wir - zumindest zum Teil - in Köln. Und schließlich kommt unser Gründerteam aus demselben Stall. Wie die Produki-Gründer Roland Schäfer und Christian Clever haben wir an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Außerdem bei Produki am Start: Nico Zorn.

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us

Studie: Wem Konsumenten vertrauen

Montag, 7. April 2008

“Vertrauen 2.0 - Auf wen sich Konsumenten in Zukunft verlassen” lautet der Titel einer Studie, die sich damit auseinandersetzt, wie sich das Kaufverhalten in Zeiten von Social Networking verändert:

Konsumenten vernetzen sich und informieren sich zunehmend unabhängig von Hersteller und Händler. Das Vertrauen in Hersteller, Händler und Expertenwissen nimmt ab, das Vertrauen in Meinungswissen (z.B. Wikis) nimmt zu. Die Masse der vernetzten Kunden bildet eine Art “höhere Intelligenz” und wird damit zur wichtigsten Orientierungsinstanz, die jedem noch so brillanten Experten vorgezogen wird.

Das schreibt das Gottlieb-Duttweiler-Institut. In dem auf der Seite verlinkten PDF heißt es außerdem:

Immer mehr Menschen holen sich selbst bei spontanen Kaufentscheiden via Mobiltelefon noch schnell den Ratschlag ihrer Familie oder Freunde. Die Händler verlieren damit zunehmend die Kontrolle über die Kommunikation - selbst am Point of Sale, von wo aus Kaufwillige via Handy den Rat ihres Netzwerks einholen.

Und in Zukunft werden sie das sicher auch per mobilem Internet tun. Ob die Studie allerdings so weit in die Zukunft blickt, ob sie überhaupt Neues bringt oder nur Bekanntes aufwärmt, lässt sich anhand der frei zugänglichen Teile nicht beurteilen. Immerhin stützen sich die Schweizer auf eine repräsentative Umfrage und fördern so Aussagen über die Vertrauenswürdigkeit zutage wie:

Am ärgsten steht es um die Politiker. Sie bilden das Schlusslicht unter den Institutionen – gemeinsam mit großen Firmen: Wer zuverlässige Informationen sucht, wendet sich erst an vierter oder fünfter Stelle an Hersteller oder Händler.

Die neuesten Buzzwords zum Thema “Me-Conomy” gibt es übrigens hier.

Furl Webnews Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen del.icio.us