Kein Witz: Apples iPad ist ein Seniorencomputer
Wir Macher von konsumo sehen Senioren durchaus als eine wichtige Zielgruppe unseres Verbraucherportals an. Bei vielen Produkten haben gerade Senioren hohen Beratungsbedarf und spezielle Anforderungen. Deshalb widmen wir uns dieser Zielgruppe regelmäßig und berichten beispielsweise über Tests von Seniorenhandys.
Nachdem Apple-Chef Steve Jobs gestern ein neues Produkt vorgestellt hat, das iPad, wird viel darüber gespöttelt. “Der iPod für Senioren” heißt es in den Kommentaren bei Golem.de, “der Senioren-iPod, ähh das iPad ist da!” heißt es auf einer anderen Seite in der Kategorie “Schenkelklopfer”. Um das Tripel komplett zu machen, noch ein Beispiel: “Apple stellte seinen Jüngern einen XXL iPod für Senioren vor.”
Ein Super-Witz, der nicht besser wird, wenn man ihn noch hundertfach bei Twitter wiederholt.
Andere Seiten setzen sich jedoch ernsthaft mit der Frage auseinander, ob das iPad nicht ein geeigneter Rechner für Senioren wäre. “The iPad - Finally, a Computer for the Late Adopter” schreibt Tekla Perry im Tech Talk:
How do you get a 70-something-year-old woman on the Internet when she’s never used a computer and has just one hard-wired landline phone in her house, no cable TV and no patience for service people, boxes with blinking lights, and frustrating technology? Apple’s new iPad offers a 3G connection starting at $15 a month, paid in advance, no contract. This, finally, is a way to get my aunt on the Internet in a completely non-scary way. Not to mention the fact that the iPad doesn’t need a keyboard, and has no separate touchpad or mouse. My aunt will not have to figure out how to make the cursor move to the right place before she clicks—something that I’ve seen can be difficult for folks that haven’t already learned how to use some kind of pointing device.
Zusammengefasst: Alte Menschen müssen sich keinen DSL-Aschluss legen lassen, sondern können einfach eine Prepaid-Datenflatrate-SIM-Karte ins iPad stecken und ohne den Doppelklick üben zu müssen loslegen. Auch wenn es ganz so einfach nicht sein mag - ich kann mir gut vorstellen, dass das iPad als Seniorencomputer funktioniert. Das glaubt auch die anonyme Seniorenbloggerin bei Bachmichels Haus:
Das faszinierendste daran finde ich, dass der iPad einer ganz neuen Gruppe die Welt der Computer und des Internets erschliessen wird. Wie einfach wird es für sie sein ein solches Gerät zu bedienen. Nur einschalten und mit dem Finger die einzelnen Programme aufrufen. Kein hochfahren, kein ungelenkes Hantieren mit der Maus, keine verwirrenden Programme. Und das beste von allem, der Zugang zu Büchern und Zeitungen, der vorher durch die zu kleine Schrift erschwert war, wird wieder möglich sein, weil sich die Schrift mühelos vergrößern lässt. Vielleicht wird der Anblick von Senioren im Altenheim die sich kichernd über ihr iPad beugen und Spaß haben wie die Teenager schon bald zum Alltag gehören.
Ob Apple diese Zielgruppe im Visier hatte? Auch Steve Jobs wird nicht jünger…




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Gute Idee, das iPhone der älteren Generation zuzuordnen. Die braucht ja auch nicht unbedingt USB oder HDMI Anschlüsse.
Ich kann mir trotzdem vorstellen, dass die Senioren mit der virtuellen Tastatur trotz großer Tasten nicht so gern auf dem Schoß tippen, sondern das Gerät zum Schreiben auf einen Tisch legen wollen. Wie verträgt sich das mit dem kuppelförmigen Design der Rückseite? Vielleicht erfindet jemand eine breite Gummiumrandung, allein auch schon zur Sicherheit, damit das glatte Teil den alten Menschen nicht aus den zitterigen Händen rutscht.
Aus Verbrauchersicht befürchte ich, dass der Akku während des Netzbetriebs nicht elektrisch getrennt werden kann, also ständig am Netz ist und deswegen nach drei Jahren Betriebsdauer nur noch 10% seiner Leistung hat. Das dürfte ja durchaus im Sinne des Herstellers sein.
Nach meinen Apple- Erfahrungen dürfte ein neues Gerät preiswerter sein, als allein die Werkstattkosten für die Erneuerung des Akkus.
Mein Fazit: Dem erste Eindruck nach ist das iPad sehr schönes, bedienfreudiges Gerät, aber für diejenigen, die keine geschlossene Systeme mögen, mit einigen, auf die Dauer nervigen Mängeln.
Da gibt’s für Apple sicher noch einigen Handlungsbedarf oder für die Konkurrenz, die sicher bald mit offenen, kompatibleren Geräten den Markt erschliesst.