Weltverbrauchertag: Bewertungsplattformen im Internet

Mittwoch, 12. März 2008

Bewertungsplattformen im Internet, Quelle: sxc.huAm Weltverbrauchertag (15. März) sollen wir uns die Verbraucherrechte ins Gedächtnis rufen. Dabei nehmen die Verbraucher mittlerweile einen Großteil ihrer Rechte selbst in die Hand: mittels Bewertungsplattformen. Produkte können bei Ciao, Dooyoo und Co. schon lange bewertet werden. Und inzwischen gibt es auch so gut wie keine Dienstleistung mehr, die nicht von einer User-Community beurteilt und kommentiert wird: Bei Handwerkerpoint.de können Internetnutzer Handwerker bewerten, Lehrer und Dozenten bei Spickmich.de und Meinprof.de, Orte wie Restaurants oder Kneipen bei Qype. Einen guten Arzt finden Patienten auf Plattformen wie Topmedic, Arztspiegel.de, bei helpster.de oder Imedo. Bei Kennstdueinen.de können Nutzer sogar Dienstleitungen aller Art bewerten - vom Anwalt bis zum Zahnarzt. Und auch den Urlaub kann man im Internet bewerten, zum Beispiel bei Holidaycheck, urlaub-bewerten.de oder Hotelzensur.de.

Wie konsumo setzen die Portale auf einen Informationsaustausch zwischen Internetnutzern bzw. Verbrauchern, der allen Beteiligten nutzen soll. Nutzer erfahren mehr über die Qualität bestimmter Dienstleister und sollen dank der Empfehlungen nicht in die Fänge übler Abzocker geraten. Und für Unternehmen können gute Bewertungen eine willkommene und kostenlose Werbung bedeuten.

Zwischen Bewertung und Online-Pranger

Doch dass die Bewertungsportale auch Probleme mit sich bringen, hat sich bei Spickmich gezeigt, wo Schüler ihren Lehrern Noten geben können. Eine Lehrerin, die schlechte Noten erhalten hatte, klagte auf Verletzung ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts und sah in der Nennung ihres Namens auf der Homepage einen Verstoß gegen das Datenschutzrecht. Das Oberlandesgericht in Köln lehnte die Klage ab und erklärte das Modell von Spickmich für grundsätzlich zulässig. Die Lehrerin ging in Berufung, das Verfahren läuft.

Wie können sich Bewerter und Bewertete auf rechtlich sicherem Terrain bewegen? Rechtsanwalt Dr. Carsten Ullbricht vom Blog Web 2.0 & Recht empfiehlt:

Die Katalog der Bewertungskriterien sollten allein der Sozialsphäre (berufliche Sphäre) des betroffenen Personenkreises entstammen oder zumindest einen Bezug dazu haben. Insbesondere bei Kriterien, die jedenfalls auch die Privatsphäre des Beurteilten betreffen, ist zu einer besonderen Vorsicht zu raten. […] Während Tatsachenbehauptungen nicht falsch sein dürfen, sollten Meinungsäußerungen und Werturteilen, die die Sozialsphäre betreffen, eben (nur) nicht die Grenze zur Schmähkritik bzw. zur Formalbeleidigung überschreiten.

So lange Bewertungen sich also nur auf die Dienstleistung beziehen, sind sie zulässig und vom Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt. Im Fall Spickmich hatten die Richter der ersten Instanz auch in Sachen Datenschutz keine Bedenken, da die in Spickmich veröffentlichten Daten auf der Website der Schule nachzulesen waren. Wenn also Daten eines Unternehmens im Telefonbuch stehen, verstößt es nicht gegen den Datenschutz, wenn eine Website diese ohne Erlaubnis veröffentlicht.

Das letzte Wort in Sachen Bewertungsplattformen ist allerdings wohl noch nicht gesprochen: Heute wird abermals eine Klage gegen Spickmich verhandelt. Dass Gerichte nicht immer im Sinne der Webdienste urteilen müssen, zeigt ein Blick in ein Nachbarland: Der französischen Lehrerbewertungs-Plattform Note2be.com hat unlängst ein Gericht die Nutzung von Lehrer-Namen untersagt.

Um das Risiko von Klagen zu reduzieren, werden bei vielen Bewertungsseiten die Nutzerkommentare vor der Veröffentlichung auf Verunglimpfungen überprüft. Das gilt zum Beispiel für das Reiseportal HolidayCheck. Hier werden laut eigenen Angaben alle Beiträge vor der Veröffentlichung auf beleidigende sowie werbende Inhalte untersucht.

Schelte für Ärzte

Besonders umstritten sind Bewertungsplattformen im medizinischen Sektor. Laut Welt Online halten Ärzteverbände Bewertungen durch Patienten für unpassend. Sie kritisieren die Subjektivität der Bewertungen und bemängeln die Tatsache, dass die Patienten auf vielen der Portale anonym bleiben, während die Identität der Ärzte offen erkennbar sei. Zudem ist der Vorwurf nicht ganz unberechtigt, dass Patienten mangels Fachwissen die Kompetenz eines Arztes nur eingeschränkt bewerten können.

Doch Bedarf an solchen Bewertungen besteht ohne Zweifel, wie ein Kommentar im MediBlawg zeigt:

Wovor haben die Ärzte Angst? Mittlerweile gibt es für jedes Produkt und für jede Dienstleistung ein Bewertungssystem - nur die Ärzte haben damit ein Problem. Dabei ist gerade dieser Bereich von besonderer Wichtigkeit. Jeder, der schon einmal von einem inkompetenten Pfuscher behandelt wurde, kann dies bestätigen.

Christoph Hausel von der Arzt-Bewertungs-Seite helpster.de sieht die Kritik der Ärzte gelassen: „Überall wo bewertet wird, gibt es einen, der mit seiner Bewertung unzufrieden ist. Aber die Nutzer sind mündige Leute, die gehen alle wählen und haben einen Führerschein. Wir müssen darauf vertrauen, dass die Patienten so über den Arztbesuch berichten, wie sie ihn tatsächlich erlebt haben.“ Hausel sieht die Ärzte in der Pflicht, sich den neuen Bedingungen anzupassen: „Es gehört mittlerweile zu den Hausaufgaben der Ärzte zu verfolgen, wie sie bewertet werden.“

Anonymität führt zu Konflikten

Im besten Fall kann öffentlich gemachte Kritik den Dienstleistern tatsächlich als Ansporn zur Verbesserung dienen. Und da die Verbraucher an solchen Bewertungen offensichtlich Interesse haben, wird die Rolle der Bewertungen durch Verbraucher im Internet in den kommenden Jahren sicher weiter zunehmen.

So lange sich Internetnutzer bei den Bewertungsplattformen aber unter dem Deckmantel der Anonymität verbergen können, wird es immer wieder zu Konflikten kommen, die dem Renommee der Plattformen schaden könnten. Denn dann lässt sich nicht ausschließen, dass sich etwa konkurrierende Unternehmen gegenseitig schlechte Bewertungen unterschieben oder erzürnte Kunden reihenweise Kommentare unterhalb der Gürtellinie hinterlassen.

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Studie: Gutes Halbjahres-Zeugnis für konsumo

Freitag, 15. Februar 2008

Vor einigen Wochen haben wir an einer Studie unserer ehemaligen Ausbildungsstätte, der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, teilgenommen. Zusammen mit der Freundliche Netzwerke GmbH (Woobby) hat die Hochschule sich dem Thema Internet-Communitys angenommen, und die Fragesteller wollten allerlei geheime Sachen von uns wissen. Jetzt sind die Ergebnisse da, und anders als uns liegen sie Spiegel Online bereits vor.

Demnach gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem, was Community-Betreiber für wichtig halten, und dem, was ihren Nutzern wichtig ist. Für konsumo ziehen wir allerdings den Schluss aus der Studie, dass wir vieles richtig machen und gemacht haben. “Laut Studie will der Durchschnittsnutzer weder Blogs noch Minigames. Er will einen Gratiszugang, eine gute Suchfunktion und aktuelle Nachrichten auf der Startseite,” schreibt Spiegel Online. Stimmt: Unseren Blog lesen Insider, unsere Nachrichten werden von unseren Nutzern gelesen - so ist es ja auch gedacht. Andererseits wirft die Studie auch Widersprüche auf. So geht den Nutzern der Schutz ihrer Privatsphäre über alles, aber knapp 90 Prozent der 172 Befragten sind Mitglied bei StudiVZ.

Community-StudieDiese Grafik (bitte durch zweifachen Klick vergrößern) zeigt, dass der Aktivitätsgrad der Nutzer mit der Größe einer Community steigt. Durch die konsumo-Brille interpretieren wir die Statistik so, dass unsere Community gemessen an ihrer noch bescheidenen Größe überdurchschnittlich aktiv ist. Außerdem gibt uns diese Statistik eine erste objektive Einschätzung dazu, wo wir im Moment - ein halbes Jahr nach dem Start - stehen. Unter den 46 Communitys, die die Fragesteller auf dem Zettel hatten, sind wir in der Nutzergunst offenbar in den Top 12 dieser Grafik.

Unsere Flyer können wir jetzt allerdings wegschmeißen und mit Newsletterschreiben brauchen wir gar nicht erst anfangen. Ja, wussten wir auch schon, dass man damit keine neuen Fans gewinnt. Die Studie belegt einmal mehr, dass Mundpropaganda dafür das beste Mittel ist. Das haben anscheinend die Nutzer noch besser verstanden als die Betreiber. Spiegel Online schreibt allerdings von “einfacher” Mundpropaganda, die sich nur schwer steuern ließe. Da übergebe ich mal an Martin Oetting und ConnectedMarketing…

Nachtrag: Und wenn wir die konsumo-Brille abnehmen, lesen wir die Kommentare bei deutsche-startups.de und finden die auch ganz interessant.

Rätselhaftes Google

Donnerstag, 14. Februar 2008

rinks oder lechts?Auf einer der Mailinglisten, die sich in meinem Posteingang stauen, wurde dieser Tage über Google Mail diskutiert. Dabei trat der erstaunliche Fakt zutage, dass in den Einstellungen dieses Dienstes der Speichern- und der Abbrechen-Button je nach ausgewählter Sprache ihre Plätze tauschen. In der deutschen Version ist Speichern rechts und Abbrechen links, im Englischen ist es andersherum. Allerdings nur im American English, wer UK auswählt, bekommt wiederum die Variante wie im Deutschen. Und bei Arabisch und Hebräisch ist sowieso alles andersrum…

Bei konsumo beschäftigen uns natürlich auch Google-Fragen. Zuletzt war die Frage, ob und wie sich unsere neu gestarteten Verbraucher-Nachrichten bei Google News wiederfinden. Wenige Wochen nach dem Start hatten wir einen entsprechenden Antrag gestellt, Google sagte daraufhin eine Prüfung zu, die mehrere Wochen dauern könne. Irgendwann tauchten wir dann tatsächlich bei Google News auf, allerdings erfasste das System unsere Fotos nicht. Weil wir uns aber an die Richtlinien und Vorgaben von Google gehalten hatten (auch, wenn sie noch so seltsam schienen), konnten wir uns keinen Reim darauf machen.

Umstellung am 8. Februar

Seit etwa einer Woche nun erfasst Google News auch die zu unseren Nachrichten gehörenden Bilder. Das Rätsel hatte sich durch einen Zufall von selbst gelöst. An genau dem Tag, an dem Google News unsere Bilder aufnahm, hatten wir unsere News-Übersicht aufgepeppt, sodass die Bilder dort nun auch eingebunden sind.

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Brockhaus goes Internet - ein paar pessimistische Gedanken

Dienstag, 12. Februar 2008

“In Deutschland existiert eine ausgesprochene Kostenlos-Kultur, was den Konsum audiovisueller Angebote angeht,” war kürzlich in der Studie “Videoportale in Deutschland” zu lesen. Und was für Videoportale gilt, gilt eigentlich für das gesamte Netz, selbst für Seiten, die einen enormen Nutzwert haben. Natürlich denke ich dabei an konsumo, aber auch an XING und heute vor allem an Brockhaus: Die Traditions-Enzyklopädie wird es künftig gratis und werbefinanziert im Netz geben. Nur noch im Netz. Wikipedia hat offenbar gewonnen. David hat Goliath besiegt!

Dass aber Brockhaus offenbar voll auf Werbung setzt und nicht auf ein Premium-Nutzer-Bezahlmodell, verwundert. Die seriöse Mutter aller Nachschlagewerke begibt sich freiwillig in die Gefahr, ihre Inhalte durch Werbung zu verwässern? Kann man kaum glauben.

Logo Brockhaus Enzyklopädie onlineUnd was für Anzeigen könnten das sein? Hochglanzbanner für Luxusgüter? Nein, denn erstens funktionieren Banner nicht mehr. Okay, in der Brockhaus-Zielgruppe vielleicht schon. Zweitens schlägt hier das StudiVZ-Phänomen zu: Die Menschen wollen auf der Seite unterhalten werden respektive Wissen erlangen, aber nicht auf Anzeigen klicken, geschweige denn etwas kaufen.

Oder kontextsensitive Google-Anzeigen? Bei konsumo - wo sich Menschen mit Kaufabsicht tummeln - funktionieren sie ganz hervorragend. Aber soll mich die Anzeige neben dem Brockhaus-Artikel über Otto-Motoren direkt zu Autohändlern in meiner Nähe führen? Wo ist da der Mehrwert, den Werbung im Internet dem Nutzer bestenfalls bieten kann? Fällt mir nichts ein.

Wer die Brockhaus-Multimedia-CD-Roms kennt, weiß, dass auch Videos eine Option für die neue Internetenzyklopädie sind. Und die müssen ja auch finanziert werden. Noch ein Zitat aus der Videoportal-Studie:

Wie die Befragung zeigt, kommen kreative Werbeformen im Umfeld von Video-Content gut bei den Nutzern an. Vor allem Sponsoringwerbung, die vor oder nach dem Abspielen der ausgewählten Videoclips eingespielt wird, ist eine beliebte Bewegtbildwerbeform und wird von zwei Dritteln der Videoportalnutzer voll akzeptiert. Auch innovative und experimentelle Werbekonzepte kommen an, wie zum Beispiel von Amateuren hergestellte Spots oder die Einbindung des beworbenen Produkts direkt in das Video.

Klar, Werbung, die im Zweifelsfall ähnlich unterhaltsam oder informativ ist wie das Video, das ich mir eigentlich angucken möchte, ist ok. Aber das erwarte ich auf Youtube und nicht vom vielleicht angestaubten aber geliebt-respektiertem Brockhaus Verlag.

Hoffentlich trägt sich da nicht eine Institution selbst zu Grabe, die sich lange, vielleicht auch zu lange dem Druck von kostenlosen Wissenseiten wie Wikipedia und der Weisheit der Massen ausgesetzt sah. Schade, irgendwie war es auch immer tröstlich zu wissen, dass das Wissen der Welt manchmal noch zwischen zwei Buchdeckel passt.

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Gemeinsam gut beraten

Dienstag, 29. Januar 2008

Wir haben uns intensiv Gedanken darüber gemacht, wie wir mit einfachen Mitteln, nämlich Wörtern, deutlicher machen können, um was es bei konsumo geht. Wichtigster Punkt war dabei unser Claim: Aus “gemeinsam einfach schlau” ist jetzt “gemeinsam gut beraten” geworden. Wir mögen ihn sehr, vor allem weil er schön mehrdeutig ist. Wer konsumo ansurft, ist gut beraten, wird gut beraten und kann andere beraten.

Außerdem haben wir an ein paar Formulierungen auf der Website gearbeitet. Auf der Startseite wird Besuchern jetzt durch die Überschrift “konsumo - Ihr Verbraucherportal” sofort deutlich gemacht, was konsumo ist - auch wenn darin sicherlich noch etwas Zukunftsmusik mitschwingt. Die Wiki-Texte, die wir bisher Kaufberater genannt haben, heißen jetzt durchgängig Ratgeber. Zum einen ist das ein schöneres Wort als Kaufberater, zum anderen war die Änderung aber auch einfach notwendig, weil eben längst nicht mehr alle bei konsumo beschriebenen Produkte käuflich sind: Versicherungen, Mietwagen, Nachhilfe. Hinzu kommen wie immer viele kleine Änderungen.

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Hessen stürmen konsumo

Mittwoch, 16. Januar 2008

konsumo-CrashDer Hessische Rundfunk hatte heute Vormittag zwei Berichte über konsumo im Programm. Wie zu erwarten war, tippten die Hessen dann auch fleißig www.konsumo.de in ihren Browser ein. Nach dem ersten Beitrag um kurz nach 11 Uhr kamen schon einige, als eine halbe Stunde später ein Interview folgte, verzeichnete unsere Statistik noch mehr Besucher aus Fulda, Frankfurt und Kassel.

So viele Besucher waren noch nie gleichzeitig auf unserer Seite. Das hat offensichtlich auch unseren Server überrascht, sodass er beschlossen hat, den schönen Peak in der Statistik nicht weiter wachsen zu lassen und sich um 11.50 Uhr in die Mittagspause zu verabschieden.

Eine kurze Mittagspause - um kurz nach 12 Uhr hatte das Team von Gutzmann EDV in Lübeck den Server überredet weiterzuarbeiten, der übrigens gerade seinen leistungsstärkeren Nachfolger in seine Arbeit einweist. So konnten die Radiohörer konsumo dann doch noch ausprobieren, in der Stunde zwischen 12 und 13 Uhr hat sich der Traffic dann auch besser verteilt.

Wir danken allen Hessen und dem Hessischen Rundfunk für diese Erfahrung!

P.S.: So ganz *nebenbei* haben wir damit wohl auch mit dem Image des Radios als Nebenbeimedium aufgeräumt. Radio wirkt!

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Ein Blog als Dauerwerbesendung

Dienstag, 15. Januar 2008

Platte Werbung mögen wir ja nicht sonderlich. Höchstens, wenn einem mal nach Trash ist, kann man sich das ansehen, was mancher Sender da sendet, manche Zeitung oder Zeitschrift druckt und womit manche Website ihre Besucher vergrault. Wir mögen kreative Werbung, Werbung, die uns unterhält, zum Lachen bringt, über die man eben spricht. Und das ist wohl auch die Idee des Dauerwerbeblogs: Einfallsreiche Werbung, über die man spricht, soll dem gerade gestarteten Angebot Besucher und Einnahmen gleichermaßen bescheren.

Bisher allerdings ist eher das klassische Angebot zu sehen: Google- und Amazon-Anzeigen. Beim Inhalt fällt der Test eines Notebooks auf. “Bei uns gibt es 99 Prozent Werbung und ein Prozent Eigenwerbung”, sagen die vom Dauerwerbeblog. Aber was ist das denn dann?

Das spiegelnde Display ist nicht bestechend scharf, dafür aber gut beleuchtet. Mittelklasse. Fazit: Keine wirklichen Macken und einige schöne Ausstattungsmerkmale (Festplatte, Prozessor, Sound, Schnittstellen) machen das Satellite A210-172 zu einem durchaus zu empfehlenden Paket. Mann, was für ein bescheuertes Fazit. Trotzdem mal angucken.

Da weiß ich ja gar nicht mehr, ob das jetzt objektiv oder subjektiv geschrieben ist, oder einfach nur umsatzoptimiert: durch Nennung kleiner Mängel Glaubwürdigkeit erzeugen. Das ist dann genau das, was wir gar nicht mögen, das ist noch schlimmer als Trash-Werbesendungen. Im Endeffekt hat der Blog für mich durch solche Rezensionen die gleiche Glaubwürdigkeit wie ein Versicherungsmakler: Er verdient nur etwas dran, wenn ich das Produkt auch kaufe (und dazu auf die Amazon-Anzeige klicke).

Wenn der Dauerwerbeblog die Kurve noch kriegt und er tatsächlich zur Präsentations- und Ausprobierplattform für kreative Werbung wird, dann werden wir sicherlich auch mal öfter vorbeigucken. Die ersten 24 Stunden des Blogs können aber noch nicht überzeugen. Vielleicht können wir ja mit einer eigenen konsumo-Werbeidee beitragen? Mal überlegen…

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Volvic: Verwirrende Prozentrechnung auf dem Etikett

Dienstag, 15. Januar 2008

Trinken ist wichtig - das weiß jeder. Wie viel man am Tag trinken muss, das weiß allerdings keiner so genau. Weit verbreitet ist der Glaube, dass es mindestens zwei Liter pro Tag sein müssen, was wohl nicht stimmt.

Volvic-Etikett1,5 Liter am Tag wird auf dem Etikett der Flaschen der Mineralwassermarke Volvic empfohlen - Wasser der Marke Volvic wohlgemerkt. Gut, dass Volvic das Wasser in 1,5 Liter-Flaschen verkauft - das macht die tägliche Flüssigkeitsdosierung einfach. Und die Begründung, dafür, dass man diese Menge nicht unterschreiten sollte, wird gleich mitgeliefert: “Wussten Sie, dass 2%* weniger Flüssigkeit im Körper zu einem Leistungsverlust von bis zu 20 Prozent führen können?”

Ui, das ist ja erschreckend: Bei 1,5 Litern Tagesbedarf entsprechen zwei Prozent gerade einmal 30 Millilitern: Wer also statt 1,5 nur 1,47 Liter Volvic trinkt, riskiert einen schweren Leistungseinbruch. Könnte man zumindest meinen, wenn man nicht den Text liest, auf den das kleine Sternchen verweist. Die zwei Prozent sind nämlich “bezogen auf das Körpergewicht” - das steht am unteren Rand des Etiketts. Das ändert einiges: Auf mein Körpergewicht von grob geschätzt 85 Kilogramm bezogen entsprechen zwei Prozent immerhin 1,7 Kilogramm oder 1,7 Litern. Über den Daumen gepeilt müsste ich also einen Tag lang gar nichts trinken, um einen Leistungsverlust von 20 Prozent zu erleiden. Wer hätte das gedacht…

Die Sache mit dem Zwei-Prozent-Leistungseinbruch war übrigens der Aufhänger für eine groß angelegte PR- Aufklärungs-Kampagne von Volvic, die Verbraucher sensibilisieren und zum ausreichenden Trinken motivieren sollte. Schön, wenn sich Unternehmen so für ihre Mitmenschen engagieren.

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Wie entsteht Wiki-Wissen?

Freitag, 4. Januar 2008

Christian Pentzold, Doktorand an der TU Chemnitz, hat untersucht, wie Wissen in Wikipedia entsteht und seine Ergebnisse als Buch veröffentlicht. Fünf Fragen geht er laut der Pressemitteilung in seinem Werk nach:

Wie lässt sich die Vielzahl an Dokumenten, aus denen die Wikipedia besteht, angemessen ordnen und beschreiben? Wie lassen sich Aspekte des Diskurskonzepts von Michel Foucault auf die Situation Wikipedia modellieren? Wie entsteht prototypisch ein Wikipedia-Artikel? Wie und worüber kommunizieren die Autoren während ihrer Redigier-Aktivitäten? Wie kommt es, dass sich eine Position etabliert, während andere verschwinden, wo doch alle Autoren die gleichen Rechte besitzen?

Ein sehr wissenschaftlicher Ansatz also. Es ist wohl keine Schande, wenn man gerade nicht so genau weiß, was nochmal das Diskurskonzept von Foucault war, aber das kann man dann ja wieder bei Wikipedia nachgucken. Interessant erscheinen mir aber vor allem die letzten beiden Fragen. Auf der Suche nach den Antworten hat der Wissenschaftler exemplarisch einen Edit-War beim Artikel Verschwörungstheorie untersucht. Dabei stellte Pentzold fest, dass die entbrannte Diskussion einer persönlichen Konfrontation recht nahe kam, weil sie im Minutentakt ablief. Schließlich konnte der Kritiker keine weiterführenden Argumente liefern, sondern beschimpfte andere Teilnehmer, woraufhin er von einem Moderator von der Diskussion ausgeschlossen wurde. So entstand dann wieder eine stabile Version - durch Machtausübung. Und da schließt sich für den Forscher der Kreis zu Foucault und seiner Theorie. Ihr zufolge ist Wissen immer ein Ausdruck von Macht.

In Wikipedia sieht Pentzold zwei Funktionen vereint: Diskussionsraum und Informationsspeicher. Entsprechend heißt sein Buch “Wikipedia - Diskussionsraum und Informationsspeicher im neuen Netz” (Reinhard Fischer Verlag, 294 Seiten, ISBN 978-3-88927-434-2, 20 Euro). (via Golem.de)

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Günther Jauch erforscht konsumo

Donnerstag, 3. Januar 2008

RTL-Übermoderator Günther Jauch erforscht am Sonntag “Die Weisheit der Vielen” - und damit das Grundprinzip, auf dem konsumo fußt. Einen ersten Hinweis auf die Sendung gab vor einiger Zeit schon RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung:

Die Sendung dreht sich darum, ob die Masse immer recht hat. Zum Beispiel ist der Publikumsjoker bei Wer wird Millionär? ja immer der sicherste Rat - und nicht etwa der Telefonjoker. Wir wollen jetzt diesem Phänomen der “Weisheit der Vielen” mit der neuen Show Rechnung tragen. Wir werden ein Live-Experiment auf die Beine stellen, das es in dieser Größenordnung noch nicht gegeben hat.

Als Vorlage für die Show dient das Buch Die Weisheit der Vielen von James Surowiecki. Die Show zum Buch also. Ob es wirklich spannende Unterhaltung wird, wage ich zu bezweifeln. Obwohl: Die Weisheit der Vielen ausgerechnet bei RTL zu suchen, das hat schon was.

Jauch will testen, ob die Fernsehnation schlauer ist als einzelne Experten im Studio. Die Zuschauer treten mit ihren per Telefon, SMS und Internet eingereichten Antworten unter anderem gegen den Geschichts-Professor Eckhard Freise an, der bei Wer wird Millionär? als erster die Million abstaubte.

In der erfolgreichen Quiz-Sendung hat sich übrigens schon oft gezeigt, dass die Einschätzung Vieler gegenüber Einzelmeinungen vorzuziehen ist: Die Statistik verrät, dass der Publikumsjoker bei Wer wird Millionär? viel wertvoller ist als der Telefonjoker: Der Freund am anderen Ende der Leitung liegt nur in 65 Prozent der Fälle richtig, das zufällig zusammengewürfelte Publikum schafft 90 Prozent richtige Antworten.

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