Studie: Großer Einfluss des Internets auf Kaufentscheidungen
Wie wichtig ist das Internet für die Kaufentscheidungen von Konsumenten? Eine Studie mit dem Namen “Digital Influence Index Study” (PDF) kommt zu dem Ergebnis, dass das Internet inzwischen alle anderen Medienformen beim Einfluss auf die Kaufentscheidungen hinter sich gelassen hat.
Für die Untersuchung, die die PR-Agentur Fleishman-Hillard gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Harris Interactive durchgeführt hat, wurden knapp 5000 Internetnutzer in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zu ihren Online-Gewohnheiten interviewt. Die Fragen bezogen sich dabei einerseits auf die Dauer der Nutzung bestimmter Medien und Inhalte, andererseits auf den Einfluss, den die Konsumenten selbst diesen zubilligten. Daraus wurde ein so genannter “Digital Influence Index” errechnet. Wichtigstes Ergebnis: In allen drei untersuchten Ländern ist der Einfluss des Internets auf Konsumentenentscheidungen nahezu doppelt so groß wie der des Fernsehens und etwa achtmal so groß wie der von Print-Erzeugnissen.
Obwohl das Fernsehen, was die Zeit der Nutzung angeht, immer noch einen hauchdünnen Vorsprung vor dem Internet behauptet, ist sein Einfluss auf Kaufentscheidungen anscheinend deutlich geringer. Sieht man sich die Aufteilung der Werbeetats großer Unternehmen auf die verschiedenen Medienformen an, scheint diese Botschaft bisher allerdings noch nicht bei der Wirtschaft angekommen zu sein.
Interessant für konsumo wird es, wenn man sich die Ergebnisse im Detail ansieht: Bei einer klassischen Web-1.0-Anwendung, der Recherche von Informationen, dominiert mit weitem Abstand die Suche nach Produkt-Informationen und entsprechenden Vergleichstests. In allen drei untersuchten Ländern nutzten mehr als 80 Prozent der Befragten vor größeren Anschaffungen das Internet zur Produktrecherche. Nur vor dem Kauf von Gesundheitsprodukten scheinen die meisten Befragten weiterhin eher ihren Arzt oder Apotheker zu Rate zu ziehen.
Bei Elektronikprodukten – und nun wird es web-zweinulliger – verlassen sich Konsumenten nicht auf die Aussagen von Herstellern, sondern suchen bewusst nach Kommentaren und Erfahrungen anderer Verbraucher. Gerade in diesem Bereich scheint ein hoher Bedarf nach unabhängigen Informationen zu bestehen. Eher auf Unternehmensseiten informieren sich Konsumenten hingegen vor dem Kauf von Finanz- und Versicherungsprodukten oder dem Abschluss von Verträgen für Internet, Strom oder Gas.
Möglicherweise lässt sich dieser Trend damit erklären, dass im Bereich der Unterhaltungselektronik eine große Zahl leicht vergleichbarer Produkte und somit auch eine ebenso hohe Zahl von Vergleichs- und Testportalen dafür existiert. Ein solcher Vergleich fällt bei Finanzprodukten schwerer, da sie sich meist in vielen, wenn auch kleinen Details unterscheiden. Hier könnte sich der Ansatz von konsumo auszahlen, nicht konkrete Produkte miteinander zu vergleichen (die oft gar nicht miteinander vergleichbar sind), sondern Verbraucher über die wichtigsten Merkmale eines Produkts zu informieren und es ihnen so zu ermöglichen, ihre Kaufentscheidung besser abzuwägen.
Übrigens: Trotz des ähnlichen Trends gab es auch Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern. Die Deutschen zeichneten sich zum einen dadurch aus, dass sie vor dem Kauf besonders gründlich recherchieren, zum anderen – was uns besonders freut – , dass sie Wikis lieben. Elf Prozent der befragten Deutschen haben schon einmal selbst zu einem Wiki beigetragen, in Großbritannien und Frankreich liegt dieser Wert nur bei fünf Prozent.
Eine englische Zusammenfassung mit schicken Grafiken gibt’s im Blog eines der Verantwortlichen der Studie.




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Erst surfen, dann kaufen
Das Internet spielt bei Kaufentscheidungen eine wichtige Rolle, berichtet der Bitkom.
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