Clewwa: Suchmaschine für Verbraucher mit Kinderkrankheiten
Suchmaschinen gibt es zahllose im Netz. Die Nutzung beschränkt sich allerdings auf eine - Google. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat nun mit Clewwa einen Google-Konkurrenten speziell für Verbraucher gestartet.
Im Unterschied zu gewöhnlichen Suchmaschinen sucht Clewwa die gewünschten Informationen in einem fest definierten Katalog und beschränkt sich dabei auf Internetseiten mit verbraucherrelevanten Inhalten - zum Beispiel von Medien, Behörden, Universitäten oder Verbraucher- und Umweltverbänden. konsumo ist leider bislang nicht unter den indexierten Seiten. Und vielleicht sollten die Macher auch den ein oder anderen Blog in die Datenbank aufnehmen, wie es im Konsumblog vorgeschlagen wird.
Im Vergleich zu Google kann Clewwa auf den ersten Blick gleich mehrfach punkten. Zum einen ist die Seite frei von Werbeanzeigen. Zum anderen fehlen all die nervigen Links zu Seiten, die nur deswegen oben stehen, weil die Betreiber geschickt in Suchmaschinenoptimierung sind: Verbraucher auf der Suche nach verwertbaren Informationen stellen schnell fest, dass die Google-Trefferlisten verseucht sind mit nutzlosen Seiten von Preisvergleichen oder Webshops.
Der Haken an der Sache: Der Nutzen einer Suchmaschine hängt aber nicht in erster Linie davon ab, welche Suchergebnisse sie nicht liefert. Google ist deswegen Marktführer, weil die Suchergebnisse größtenteils eben doch sehr gut zu den gesuchten Begriffen passen. Zumindest auf den ersten Blick scheint es hier bei Clewwa noch einigen Nachholbedarf zu geben.
Zwei Beispiele, die mir bei ersten Tests unangenehm aufgefallen sind: Wer hofft mit der Suchphrase “Beamer Full HD” bei Clewwa Informationen über Full-HD-Beamer zu finden, wird leider enttäuscht. Auf den gerade mal acht angezeigten Seiten geht es um Flachbildfernseher, IPTV oder Videokonferenzen. Die einzigen beiden Seiten, die sich tatsächlich mit Full-HD-Beamern beschäftigen, sind Angebote in einem Online-Shop.
Ein anderes Beispiel: Derzeit wird heftig über das Thema Biosprit diskutiert - demnächst wird ja möglicherweise der Anteil an Bioethanol im Benzin auf zehn Prozent erhöht. Die Suche nach dem kurzen Stichwort “E10″ liefert aber reihenweise vollkommen nutzlose Treffer. Darunter zum Beispiel ein Dokument zur Satzung des “Verein der Freunde und Förderer der Fachhochschule Köln e.V.”, dessen URL zufällig die Kombination E10 enthält. Auf Platz eins der Suchergebnisliste steht eine Seite der US Food and Drug Administration, die rein gar nichts mit Biosprit zu tun hat.
Auch wenn diese vollkommen wahllos ausgewählten Beispiele keinen repräsentativen Charakter haben können, zeigt sich doch: Google ist nicht ohne Grund so beliebt. Die Suchmaschine liefert bei den beiden genanten Suchbeispielen deutlich bessere Suchergebnisse als Clewwa. Will sich die Verbraucher-Suchmaschine also tatsächlich als Alternative zu Google positionieren, muss der Such-Algorithmus besser werden. Derzeit setzt Clewwa auf die Open-Source-Entwicklung Nutch.




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