Studie: Gutes Halbjahres-Zeugnis für konsumo

Freitag, 15. Februar 2008

Vor einigen Wochen haben wir an einer Studie unserer ehemaligen Ausbildungsstätte, der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, teilgenommen. Zusammen mit der Freundliche Netzwerke GmbH (Woobby) hat die Hochschule sich dem Thema Internet-Communitys angenommen, und die Fragesteller wollten allerlei geheime Sachen von uns wissen. Jetzt sind die Ergebnisse da, und anders als uns liegen sie Spiegel Online bereits vor.

Demnach gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem, was Community-Betreiber für wichtig halten, und dem, was ihren Nutzern wichtig ist. Für konsumo ziehen wir allerdings den Schluss aus der Studie, dass wir vieles richtig machen und gemacht haben. “Laut Studie will der Durchschnittsnutzer weder Blogs noch Minigames. Er will einen Gratiszugang, eine gute Suchfunktion und aktuelle Nachrichten auf der Startseite,” schreibt Spiegel Online. Stimmt: Unseren Blog lesen Insider, unsere Nachrichten werden von unseren Nutzern gelesen - so ist es ja auch gedacht. Andererseits wirft die Studie auch Widersprüche auf. So geht den Nutzern der Schutz ihrer Privatsphäre über alles, aber knapp 90 Prozent der 172 Befragten sind Mitglied bei StudiVZ.

Community-StudieDiese Grafik (bitte durch zweifachen Klick vergrößern) zeigt, dass der Aktivitätsgrad der Nutzer mit der Größe einer Community steigt. Durch die konsumo-Brille interpretieren wir die Statistik so, dass unsere Community gemessen an ihrer noch bescheidenen Größe überdurchschnittlich aktiv ist. Außerdem gibt uns diese Statistik eine erste objektive Einschätzung dazu, wo wir im Moment - ein halbes Jahr nach dem Start - stehen. Unter den 46 Communitys, die die Fragesteller auf dem Zettel hatten, sind wir in der Nutzergunst offenbar in den Top 12 dieser Grafik.

Unsere Flyer können wir jetzt allerdings wegschmeißen und mit Newsletterschreiben brauchen wir gar nicht erst anfangen. Ja, wussten wir auch schon, dass man damit keine neuen Fans gewinnt. Die Studie belegt einmal mehr, dass Mundpropaganda dafür das beste Mittel ist. Das haben anscheinend die Nutzer noch besser verstanden als die Betreiber. Spiegel Online schreibt allerdings von “einfacher” Mundpropaganda, die sich nur schwer steuern ließe. Da übergebe ich mal an Martin Oetting und ConnectedMarketing…

Nachtrag: Und wenn wir die konsumo-Brille abnehmen, lesen wir die Kommentare bei deutsche-startups.de und finden die auch ganz interessant.

Rätselhaftes Google

Donnerstag, 14. Februar 2008

rinks oder lechts?Auf einer der Mailinglisten, die sich in meinem Posteingang stauen, wurde dieser Tage über Google Mail diskutiert. Dabei trat der erstaunliche Fakt zutage, dass in den Einstellungen dieses Dienstes der Speichern- und der Abbrechen-Button je nach ausgewählter Sprache ihre Plätze tauschen. In der deutschen Version ist Speichern rechts und Abbrechen links, im Englischen ist es andersherum. Allerdings nur im American English, wer UK auswählt, bekommt wiederum die Variante wie im Deutschen. Und bei Arabisch und Hebräisch ist sowieso alles andersrum…

Bei konsumo beschäftigen uns natürlich auch Google-Fragen. Zuletzt war die Frage, ob und wie sich unsere neu gestarteten Verbraucher-Nachrichten bei Google News wiederfinden. Wenige Wochen nach dem Start hatten wir einen entsprechenden Antrag gestellt, Google sagte daraufhin eine Prüfung zu, die mehrere Wochen dauern könne. Irgendwann tauchten wir dann tatsächlich bei Google News auf, allerdings erfasste das System unsere Fotos nicht. Weil wir uns aber an die Richtlinien und Vorgaben von Google gehalten hatten (auch, wenn sie noch so seltsam schienen), konnten wir uns keinen Reim darauf machen.

Umstellung am 8. Februar

Seit etwa einer Woche nun erfasst Google News auch die zu unseren Nachrichten gehörenden Bilder. Das Rätsel hatte sich durch einen Zufall von selbst gelöst. An genau dem Tag, an dem Google News unsere Bilder aufnahm, hatten wir unsere News-Übersicht aufgepeppt, sodass die Bilder dort nun auch eingebunden sind.

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Brockhaus goes Internet - ein paar pessimistische Gedanken

Dienstag, 12. Februar 2008

“In Deutschland existiert eine ausgesprochene Kostenlos-Kultur, was den Konsum audiovisueller Angebote angeht,” war kürzlich in der Studie “Videoportale in Deutschland” zu lesen. Und was für Videoportale gilt, gilt eigentlich für das gesamte Netz, selbst für Seiten, die einen enormen Nutzwert haben. Natürlich denke ich dabei an konsumo, aber auch an XING und heute vor allem an Brockhaus: Die Traditions-Enzyklopädie wird es künftig gratis und werbefinanziert im Netz geben. Nur noch im Netz. Wikipedia hat offenbar gewonnen. David hat Goliath besiegt!

Dass aber Brockhaus offenbar voll auf Werbung setzt und nicht auf ein Premium-Nutzer-Bezahlmodell, verwundert. Die seriöse Mutter aller Nachschlagewerke begibt sich freiwillig in die Gefahr, ihre Inhalte durch Werbung zu verwässern? Kann man kaum glauben.

Logo Brockhaus Enzyklopädie onlineUnd was für Anzeigen könnten das sein? Hochglanzbanner für Luxusgüter? Nein, denn erstens funktionieren Banner nicht mehr. Okay, in der Brockhaus-Zielgruppe vielleicht schon. Zweitens schlägt hier das StudiVZ-Phänomen zu: Die Menschen wollen auf der Seite unterhalten werden respektive Wissen erlangen, aber nicht auf Anzeigen klicken, geschweige denn etwas kaufen.

Oder kontextsensitive Google-Anzeigen? Bei konsumo - wo sich Menschen mit Kaufabsicht tummeln - funktionieren sie ganz hervorragend. Aber soll mich die Anzeige neben dem Brockhaus-Artikel über Otto-Motoren direkt zu Autohändlern in meiner Nähe führen? Wo ist da der Mehrwert, den Werbung im Internet dem Nutzer bestenfalls bieten kann? Fällt mir nichts ein.

Wer die Brockhaus-Multimedia-CD-Roms kennt, weiß, dass auch Videos eine Option für die neue Internetenzyklopädie sind. Und die müssen ja auch finanziert werden. Noch ein Zitat aus der Videoportal-Studie:

Wie die Befragung zeigt, kommen kreative Werbeformen im Umfeld von Video-Content gut bei den Nutzern an. Vor allem Sponsoringwerbung, die vor oder nach dem Abspielen der ausgewählten Videoclips eingespielt wird, ist eine beliebte Bewegtbildwerbeform und wird von zwei Dritteln der Videoportalnutzer voll akzeptiert. Auch innovative und experimentelle Werbekonzepte kommen an, wie zum Beispiel von Amateuren hergestellte Spots oder die Einbindung des beworbenen Produkts direkt in das Video.

Klar, Werbung, die im Zweifelsfall ähnlich unterhaltsam oder informativ ist wie das Video, das ich mir eigentlich angucken möchte, ist ok. Aber das erwarte ich auf Youtube und nicht vom vielleicht angestaubten aber geliebt-respektiertem Brockhaus Verlag.

Hoffentlich trägt sich da nicht eine Institution selbst zu Grabe, die sich lange, vielleicht auch zu lange dem Druck von kostenlosen Wissenseiten wie Wikipedia und der Weisheit der Massen ausgesetzt sah. Schade, irgendwie war es auch immer tröstlich zu wissen, dass das Wissen der Welt manchmal noch zwischen zwei Buchdeckel passt.

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