Video: Corporate Social Responsibility

Freitag, 17. Oktober 2008

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat eine Straßenumfrage zu Corporate Social Responsibility (CSR) gemacht. Umfragen sind zwar Geschmackssache und der Sinn von Fragen wie “Was ist CSR?” ist fragwürdig, aber später im Video kommt durchaus auch Substanzielles zu Tage. Der vzbv bilanziert: “Die Kunden wollen nicht nur ein gutes Produkt, sondern auch ein gutes Unternehmen.”

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Sevgoo: Neues Web-Portal für König Kunde

Mittwoch, 15. Oktober 2008

sevgoo-LogoVerbraucher sein ist nicht immer einfach:  Selbst wenn man weiß, was man haben will, weiß man noch lange nicht, wo und von wem man es bekommen kann. Der gerade gestartete Webdienst sevgoo will Käufern dabei helfen, einen Anbieter für ihr Wunschprodukt zu finden. Wer auf der Suche nach einem bestimmten Produkt ist, kann sein Gesuch einfach auf bei sevgoo veröffentlichen. Anbieter können dann unkompliziert und ohne Streuverluste Kontakt mit dem Käufer aufnehmen und ein Angebot machen. Und die Verbraucher bekommen günstigstenfalls mehrere gute Angebote, bei denen sie sich für das beste entscheiden können.

Für Verbraucher ist der Dienst vollkommen kostenlos. Finanzieren soll sich sevgoo über Gebühren der Anbieter: Um sevgoo-Nutzern ein Angebot unterbreiten zu können, müssen die Verkäufer ein Abonnement abschließen.  Shop-Betreiber, die den Service zum Beispiel einen Monat testen wollen, bezahlen 19,90 Euro und können dafür beliebig viele Kauf-Angebote machen.

Weil sich die Web-Angebote offensichtlich gut ergänzen, kooperieren wir mit sevgoo: Denn wer sich bei einem Produkt noch nicht so gut auskennt, tut sich häufig schwer damit, seine Anforderungen zu formulieren. Im Ratgeber-Wiki von konsumo finden Nutzer Erläuterungen zu den wichtigsten Kaufkriterien - zum Beispiel für Kletterschuhe oder E-Reader. Mit Hilfe dieser Informationen können sie dann bei sevgoo ihre Anforderungen genauer beschreiben und halten ihr Wunschprodukt dann hoffentlich bald in ihren Händen.

Google und Journalismus: Qualität oder Klicks - oder beides?

Freitag, 5. September 2008

Unter dem vielleicht etwas reißerischen Titel „Dramatische Entwicklungen - Wie Google den Journalismus verändert“ hat das Medien-Magazin „Zapp“ des NDR einen sehenswerten Bericht gesendet (via onlinejournalismus.de). Interessant ist der Beitrag vor allem für jene, die Nachrichten im Netz konsumieren. Denn unsere Nachrichtenredaktion, die aus gelernten Journalisten besteht, hat sich durch den Beitrag schon etwas ertappt gefühlt.

Und darum ging es: Journalisten holen sich immer mehr Informationen für ihre Print- und vor allem aber für ihre Online-Artikel aus dem Internet, sprich: über die Google-Suche. Das dürfte mittlerweile hoffentlich jeder Mediennutzer wissen und ist an dieser Stelle weniger interessant. Hinzu kommt nun, dass Redaktionen ihre Themen und Überschriften verstärkt vor allem danach auswählen, wie diese bei Google gefunden werden und weniger danach ob die Nachricht auch wirklich eine Neuigkeit enthält. Veröffentlicht wird also nur das, was Klicks bringt, und wer die meisten Klicks hat, hat die Meinungshoheit über – ja über was eigentlich? Über News und Fotostrecken zu Brad Pitts adoptierten Kindern? Über Klickmaschinen á la “Testen Sie hier den Einbürgerungstest”? Über Schocknews-Serien zu geköpften Kanadiern in Greyhoundbussen?

Wir sind auch nicht besser als der Rest, oder?

Das gruselige ist, dass wir am Sendetag des Beitrags in unserer wöchentlichen konsumo-Redaktionssitzung genau dieses Thema diskutiert haben: Wie schafft man den Spagat,  interessante und relevante Nachrichten auf die Seite zu bringen und gleichzeitig über Google mit den News Leute auf die Seite zu locken, die uns Klicks bringen? Das ist schwierig und fängt schon bei der Formulierung Google-optimierter Überschriften an. An prosamäßige Ergüsse und schöne Formulierungen ist da nicht zu denken - Keywords, Keywords, Keywords müssen „gedropt“ werden. Das kann frustrierend sein: Schließlich ist nicht jedes wichtige Thema auf wenige Schlagwörter zu reduzieren. Andererseits ist es in unserer Situation aber unumgänglich. Wir sind wie die meisten Seiten im Netz auf Google-Traffic angewiesen. Auch Focus-Online generiert 40 Prozent seiner Besucher über Google-Suchanfragen.

Weil die vorderen Positionen bei Google hart umkämpft sind, investieren Medien wie n24.de oder zeit.de viel, viel Geld für Anzeigen, die bei Keywords wie „Nachrichten“ oder „US-Wahl“ im Google-Index ganz oben stehen. Denn nicht nur Journalisten klicken nur auf die ersten zehn Treffer. Wir bei konsumo können uns derartige Kampagnen nicht leisten - wollen wir auch gar nicht. Denn irgendwie macht es auch Spaß, sich der Herausforderung zu stellen, Google UND unsere Leser zufrieden zu stellen.

Damit Ihr wisst von was ich hier eigentlich rede, hier gibt’s den Zapp-Beitrag:

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Start-Up-Gründer als Weltverbesserer

Dienstag, 2. September 2008

Was macht einen Gründer zu einem guten Gründer? Wenn es nach Deutsche-Startups.de geht, kann man das anhand von genau zehn Kategorien bewerten: Außenwirkung, Erfolg, Technologie, Nettigkeit, Netzwerkfaktor, Zukunft, Internationalität, Unkonventionalität, Originalität und Risikobereitschaft. Anhand dieser Kriterien hat eine Jury vor ein paar Wochen Lars Hinrichs von Xing zu Deutschlands bestem Webgründer gewählt.

Eine elfte Kategorie fehlt: “Soziales Engagement”. Denn es gibt inzwischen doch einige Web-Unternehmen, die versuchen, erfolgreich zu sein und dabei gleichzeitig gemeinnützige Ziele zu verfolgen: Genannt seien hier nur beispielhaft armedangels, kaioo oder utopia. Natürliches gibt es zu diesem Trend längst den passenden Anglizismus: “social entrepreneurship” heißt das neudeutsch.

Wie sozial konsumo ist, mag ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall war es für mich als konsumo-Gründer immer eine große Motivation, dass unsere Seite als Informationsplattform einen gemeinnützigen Mehrwert hat: konsumo kann dabei helfen, dass Verbraucher ihre Kaufentscheidung bewusster treffen und nicht länger dem Werbe-Blabla und der unendlichen Angebotsvielfalt ausgeliefert sind. Wie bitter nötig das ist, sieht jeder auf den ersten Seiten der Google-Suche: Ganz gleich welches Produkt gesucht wird – auf den ersten Seiten tummeln sich fast nur suchmaschinenoptimierte Web-Shops und Preisvergleiche.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint?

Allzu weit darf man sich als Gründer aber nicht aus dem Fenster lehnen, wenn man edle Ziele verfolgt. Denn es gehört dazu, dass sich Gründer, die auch die Welt verbessern wollen, nicht nur kapitalistische, sondern gar hinterhältige Motive unterstellen lassen müssen.

So wurde beispielsweise den Gründern von der Social-Community kaioo vorgehalten, dass sie mit dem Label „gemeinnützig“ nur dem unbeliebten Branchenführer StudiVZ Nutzer abjagen wollten (vor allem wegen ihrer Bertelsmann-Vergangenheit). Und Utopia-Gründerin Claudia Langer, die vorher in der Werbebranche gearbeitet hatte, bekam sogar in einer Schmähschrift im Magazin der Süddeutschen Zeitung ihr Fett weg.

Wenn man so geistreich schreiben kann, dass man für das Süddeutsche Magazin arbeiten darf, hört sich die Kritik an dem Öko- und Sozial-Trend und Utopia ungefähr so an:

Es geht letztendlich um das Bemühen, noch jene Lebensbereiche in den Jargon der Ökonomie und der Warenwelt einzugliedern, die von jeher außerhalb dieser Logik stehen. Kategorien wie „Haltung“, „Ethik“, „Verantwortung“ werden zu Produkten und Wertanlagen unter anderen und werfen, wenn alles gut geht, „emotionale Rendite“ ab. Die Moral und der Lifestyle: Sie gehen in dieser neuen Bewegung keine symbiotische Beziehung ein; das eine wird dem anderen unterworfen.

Natürlich kann man Web-Unternehmen wie utopia oder armedangels unterstellen, dass sie den LOHAS-Lifestyle (LOHAS bei Wikipedia) und dessen Anhänger nur ausnutzen, um Geld zu verdienen. Man könnte jedoch auch in guter alter Rechtstradition im Zweifel für den Angeklagten plädieren: Könnte es nicht sein, dass Unternehmertum und gute Absichten tatsächlich miteinander vereinbar sind?

Natürlich: Letztendlich kann ein Unternehmen nur überleben, wenn es auch Einnahmen hat. Start-Ups müssen irgendwann Geld verdienen. Aber es muss nicht immer die Hauptmotivation eines Gründers sein, auf Erfolg und Millionen zu schielen, wie es die Kategorien von Deutsche-Startups vermuten lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Am Ende des Tages ist es ein gutes Gefühl, ein sinnvolles Produkt auf die Beine gestellt zu haben.

Studie: Großer Einfluss des Internets auf Kaufentscheidungen

Freitag, 13. Juni 2008

Wie wichtig ist das Internet für die Kaufentscheidungen von Konsumenten? Eine Studie mit dem Namen “Digital Influence Index Study” (PDF) kommt zu dem Ergebnis, dass das Internet inzwischen alle anderen Medienformen beim Einfluss auf die Kaufentscheidungen hinter sich gelassen hat.

Für die Untersuchung, die die PR-Agentur Fleishman-Hillard gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Harris Interactive durchgeführt hat, wurden knapp 5000 Internetnutzer in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zu ihren Online-Gewohnheiten interviewt. Die Fragen bezogen sich dabei einerseits auf die Dauer der Nutzung bestimmter Medien und Inhalte, andererseits auf den Einfluss, den die Konsumenten selbst diesen zubilligten. Daraus wurde ein so genannter “Digital Influence Index” errechnet. Wichtigstes Ergebnis: In allen drei untersuchten Ländern ist der Einfluss des Internets auf Konsumentenentscheidungen nahezu doppelt so groß wie der des Fernsehens und etwa achtmal so groß wie der von Print-Erzeugnissen.

Obwohl das Fernsehen, was die Zeit der Nutzung angeht, immer noch einen hauchdünnen Vorsprung vor dem Internet behauptet, ist sein Einfluss auf Kaufentscheidungen anscheinend deutlich geringer. Sieht man sich die Aufteilung der Werbeetats großer Unternehmen auf die verschiedenen Medienformen an, scheint diese Botschaft bisher allerdings noch nicht bei der Wirtschaft angekommen zu sein.

Interessant für konsumo wird es, wenn man sich die Ergebnisse im Detail ansieht: Bei einer klassischen Web-1.0-Anwendung, der Recherche von Informationen, dominiert mit weitem Abstand die Suche nach Produkt-Informationen und entsprechenden Vergleichstests. In allen drei untersuchten Ländern nutzten mehr als 80 Prozent der Befragten vor größeren Anschaffungen das Internet zur Produktrecherche. Nur vor dem Kauf von Gesundheitsprodukten scheinen die meisten Befragten weiterhin eher ihren Arzt oder Apotheker zu Rate zu ziehen.

Bei Elektronikprodukten – und nun wird es web-zweinulliger – verlassen sich Konsumenten nicht auf die Aussagen von Herstellern, sondern suchen bewusst nach Kommentaren und Erfahrungen anderer Verbraucher. Gerade in diesem Bereich scheint ein hoher Bedarf nach unabhängigen Informationen zu bestehen. Eher auf Unternehmensseiten informieren sich Konsumenten hingegen vor dem Kauf von Finanz- und Versicherungsprodukten oder dem Abschluss von Verträgen für Internet, Strom oder Gas.

Möglicherweise lässt sich dieser Trend damit erklären, dass im Bereich der Unterhaltungselektronik eine große Zahl leicht vergleichbarer Produkte und somit auch eine ebenso hohe Zahl von Vergleichs- und Testportalen dafür existiert. Ein solcher Vergleich fällt bei Finanzprodukten schwerer, da sie sich meist in vielen, wenn auch kleinen Details unterscheiden. Hier könnte sich der Ansatz von konsumo auszahlen, nicht konkrete Produkte miteinander zu vergleichen (die oft gar nicht miteinander vergleichbar sind), sondern Verbraucher über die wichtigsten Merkmale eines Produkts zu informieren und es ihnen so zu ermöglichen, ihre Kaufentscheidung besser abzuwägen.

Übrigens: Trotz des ähnlichen Trends gab es auch Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern. Die Deutschen zeichneten sich zum einen dadurch aus, dass sie vor dem Kauf besonders gründlich recherchieren, zum anderen – was uns besonders freut – , dass sie Wikis lieben. Elf Prozent der befragten Deutschen haben schon einmal selbst zu einem Wiki beigetragen, in Großbritannien und Frankreich liegt dieser Wert nur bei fünf Prozent.

Eine englische Zusammenfassung mit schicken Grafiken gibt’s im Blog eines der Verantwortlichen der Studie.

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Produkt-Wiki: Produki liebt Produkte

Freitag, 18. April 2008

Mit Produki geht demnächst eine weitere Website an den Start, die sich im selben Kosmos wie konsumo tummelt. Vorgestellt wurde das Projekt erstmals beim Webmontag Bonn, zu dem es auch schon etwas Feedback gab.

Außer der Präsentation vom Webmontag gibt es noch nicht viel von Produki zu sehen. Die URL www.produki.de leitet weiter zu blog.produki.de/beta, aber auch dort sind nur Screenshots zu sehen, die wenig erahnen lassen. Wer sich für einen Beta-Zugang registriert hat, soll aber spätestens im Mai mehr zu sehen bekommen.

Produki-ScreenshotSo wie sich das Projekt derzeit darstellt, scheinen sich die Gründer stark an ProductWiki orientiert zu haben - darauf lässt ja schon der Name des Projekts schließen. Wie beim amerikanischen Vorbild geht es bei Produki um Produkte, die in einem Wiki beschrieben werden. Im Gegensatz zu konsumo werden dabei aber nicht Produkttypen wie Wanderschuhe oder Küchenmaschine beschrieben, sondern einzelne Modelle der Hersteller. Von dem MP3-Player XY können die Nutzer unter anderem eine Liste von Vor- und Nachteilen erstellen. Die einzelnen Punkte dürfen dann bewertet werden (Daumen rauf, Daumen runter - siehe hier bei ProductWiki).

Die Kommunikation unter den Nutzern wird bei Produki aber besser kanalisiert als bei ProductWiki. Statt unübersichtlicher Foren soll an jede Produktseite eine Frage-Antwort-Funktion gebunden werden. So soll eine Fan-Gemeinschaft zu jedem einzelnen Produkt aufgebaut werden. Produki setzt damit genau an dem Kritikpunkt an, den Jochen Krisch einst gegen ProductWiki vorgebracht hat:

Wohl am wenigsten geeignet, um Erfahrungen im Social Commerce zu sammeln, ist der Technik- und Elektronikbereich. Und dennoch stürzen sich die meisten Startups ausgerechnet auf diese Produktkategorien (s. zuletzt Crowdstorm, Productwiki, etc.). Dabei passen emotionalere, um nicht zu sagen: sozialere Themen weitaus besser zu diesem Shoppingansatz.

Genau den Menschen, die eine emotionale Bindung zu einem Produkt aufgebaut haben, will Produki eine Heimstatt bieten. Das bringt auch der Claim “Wir lieben Produkte” zum Ausdruck - dazu haben wir schon unseren Senf abgegeben. Auf Emotionen basiert laut Aussage auf dem Webmontag auch das Geschäftsmodell: “Durch Produki bekommen Hersteller Zugriff auf Meinungsführer, so genannte Mavens”, erklärten die Gründer. Darin liegt auch ein wesentlicher Unterschied zum ProductWiki. Dort hat man es mehr auf den Verkauf der beschriebenen Produkte abgesehen, Produki dagegen soll auf den After-Sales-Markt zielen. Es sollen also Menschen angesprochen werden, die ein Produkt gekauft haben und nun Fragen dazu haben, etwa weil sie gutes Zubehör suchen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass Produki ungewöhnlich viele Verknüpfungen zu konsumo aufweist. Nicht nur, dass beide Plattformen auf ein Wiki im Shopping-Umfeld setzen. Wir sind auch geographisch nah beieinander: Produki in Bonn, wir - zumindest zum Teil - in Köln. Und schließlich kommt unser Gründerteam aus demselben Stall. Wie die Produki-Gründer Roland Schäfer und Christian Clever haben wir an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Außerdem bei Produki am Start: Nico Zorn.

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Studie: Wem Konsumenten vertrauen

Montag, 7. April 2008

“Vertrauen 2.0 - Auf wen sich Konsumenten in Zukunft verlassen” lautet der Titel einer Studie, die sich damit auseinandersetzt, wie sich das Kaufverhalten in Zeiten von Social Networking verändert:

Konsumenten vernetzen sich und informieren sich zunehmend unabhängig von Hersteller und Händler. Das Vertrauen in Hersteller, Händler und Expertenwissen nimmt ab, das Vertrauen in Meinungswissen (z.B. Wikis) nimmt zu. Die Masse der vernetzten Kunden bildet eine Art “höhere Intelligenz” und wird damit zur wichtigsten Orientierungsinstanz, die jedem noch so brillanten Experten vorgezogen wird.

Das schreibt das Gottlieb-Duttweiler-Institut. In dem auf der Seite verlinkten PDF heißt es außerdem:

Immer mehr Menschen holen sich selbst bei spontanen Kaufentscheiden via Mobiltelefon noch schnell den Ratschlag ihrer Familie oder Freunde. Die Händler verlieren damit zunehmend die Kontrolle über die Kommunikation - selbst am Point of Sale, von wo aus Kaufwillige via Handy den Rat ihres Netzwerks einholen.

Und in Zukunft werden sie das sicher auch per mobilem Internet tun. Ob die Studie allerdings so weit in die Zukunft blickt, ob sie überhaupt Neues bringt oder nur Bekanntes aufwärmt, lässt sich anhand der frei zugänglichen Teile nicht beurteilen. Immerhin stützen sich die Schweizer auf eine repräsentative Umfrage und fördern so Aussagen über die Vertrauenswürdigkeit zutage wie:

Am ärgsten steht es um die Politiker. Sie bilden das Schlusslicht unter den Institutionen – gemeinsam mit großen Firmen: Wer zuverlässige Informationen sucht, wendet sich erst an vierter oder fünfter Stelle an Hersteller oder Händler.

Die neuesten Buzzwords zum Thema “Me-Conomy” gibt es übrigens hier.

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Rätselhaftes Google II

Montag, 7. April 2008
Screenshot Google Mail

Google versenkt seine eigenen Alerts. Google Mail hatte uns schon im Februar Rätsel aufgegeben.


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Slow Shopping

Mittwoch, 26. März 2008

Screenshot Marktjagd.deDie Leute von Marktjagd scheinen einiges mit uns, dem konsumo-Team, gemeinsam zu haben. Mit dem Spruch “Gemeinsam einfach schlauer sein” bewerben sie ihre Seite. “Gemeinsam einfach schlau” war bis vor kurzem das Motto von konsumo. Auch sonst gibt es ein paar Sachen bei den Marktjägern, die unserer Seite ähnlich sind.

Vor allem aber scheint der Geist, der hinter der Idee der Seite steckt, ein ähnlicher zu sein. Man wehrt sich gegen verdummende Werbung, man sammelt online Informationen für Kunden, man setzt auf die Weisheit der Vielen:

Viele Mitglieder der Marktjagd-Community sind wahre Experten auf ihrem Gebiet. Sie schreiben regelmäßig Beiträge über verschiedene Einkaufsthemen wie z.B. über Lebensmittel, Drogerie, Technik, Tierbedarf, Mode, Wohnen und Haushalt und natürlich über allgemeine Neuheiten und News. In der Marktjagd-Community kann man diese Experten treffen und sich mit ihnen austauschen. Man kann aber auch selber aktiv werden und von seinen Erfahrungen als Konsument berichten. In der Community helfen Verbraucher anderen Verbrauchern.

Dieser Text würde auf konsumo genauso gut passen. Ich weiß nicht, ob man bereits von einem Trend zu bewussterem Einkaufen sprechen kann. Aber vielleicht sollten wir zusammen so etwas wie eine Slow-Shopping-Bewegung gründen.

Noch hat nicht jeder verstanden, was konsumo soll. Und auch bei Marktjagd gibt es Unklarheiten. Bisher bietet die Seite auch - ihr Name legt es nahe - vor allem Informationen über Rabatt-Aktionen im Baumarkt, Schnäppchen beim Discounter oder Kuchen aus der Tüte. Die Philosophie der Gründer spricht aber eine andere Sprache. Ich bin gespannt, ob es ihnen gelingt, die Seite auf diesem Kurs zu halten.

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Clewwa: Suchmaschine für Verbraucher mit Kinderkrankheiten

Montag, 17. März 2008

Screenshot clewwa.deSuchmaschinen gibt es zahllose im Netz. Die Nutzung beschränkt sich allerdings auf eine - Google. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat nun mit Clewwa einen Google-Konkurrenten speziell für Verbraucher gestartet.

Im Unterschied zu gewöhnlichen Suchmaschinen sucht Clewwa die gewünschten Informationen in einem fest definierten Katalog und beschränkt sich dabei auf Internetseiten mit verbraucherrelevanten Inhalten - zum Beispiel von Medien, Behörden, Universitäten oder Verbraucher- und Umweltverbänden. konsumo ist leider bislang nicht unter den indexierten Seiten. Und vielleicht sollten die Macher auch den ein oder anderen Blog in die Datenbank aufnehmen, wie es im Konsumblog vorgeschlagen wird.

Im Vergleich zu Google kann Clewwa auf den ersten Blick gleich mehrfach punkten. Zum einen ist die Seite frei von Werbeanzeigen. Zum anderen fehlen all die nervigen Links zu Seiten, die nur deswegen oben stehen, weil die Betreiber geschickt in Suchmaschinenoptimierung sind: Verbraucher auf der Suche nach verwertbaren Informationen stellen schnell fest, dass die Google-Trefferlisten verseucht sind mit nutzlosen Seiten von Preisvergleichen oder Webshops.

Der Haken an der Sache: Der Nutzen einer Suchmaschine hängt aber nicht in erster Linie davon ab, welche Suchergebnisse sie nicht liefert. Google ist deswegen Marktführer, weil die Suchergebnisse größtenteils eben doch sehr gut zu den gesuchten Begriffen passen. Zumindest auf den ersten Blick scheint es hier bei Clewwa noch einigen Nachholbedarf zu geben.

Zwei Beispiele, die mir bei ersten Tests unangenehm aufgefallen sind: Wer hofft mit der Suchphrase “Beamer Full HD” bei Clewwa Informationen über Full-HD-Beamer zu finden, wird leider enttäuscht. Auf den gerade mal acht angezeigten Seiten geht es um Flachbildfernseher, IPTV oder Videokonferenzen. Die einzigen beiden Seiten, die sich tatsächlich mit Full-HD-Beamern beschäftigen, sind Angebote in einem Online-Shop.

Ein anderes Beispiel: Derzeit wird heftig über das Thema Biosprit diskutiert - demnächst wird ja möglicherweise der Anteil an Bioethanol im Benzin auf zehn Prozent erhöht. Die Suche nach dem kurzen Stichwort “E10″ liefert aber reihenweise vollkommen nutzlose Treffer. Darunter zum Beispiel ein Dokument zur Satzung des “Verein der Freunde und Förderer der Fachhochschule Köln e.V.”, dessen URL zufällig die Kombination E10 enthält. Auf Platz eins der Suchergebnisliste steht eine Seite der US Food and Drug Administration, die rein gar nichts mit Biosprit zu tun hat.

Auch wenn diese vollkommen wahllos ausgewählten Beispiele keinen repräsentativen Charakter haben können, zeigt sich doch: Google ist nicht ohne Grund so beliebt. Die Suchmaschine liefert bei den beiden genanten Suchbeispielen deutlich bessere Suchergebnisse als Clewwa. Will sich die Verbraucher-Suchmaschine also tatsächlich als Alternative zu Google positionieren, muss der Such-Algorithmus besser werden. Derzeit setzt Clewwa auf die Open-Source-Entwicklung Nutch.

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