Gift in Spielzeug: selbst testen?

Die Rückrufaktionen für giftiges Spielzeug aus China haben die Verbraucher aufgeschreckt. In den USA anscheinend noch mehr als bei uns. Dort werden Testkits verkauft, mit denen Eltern angeblich selbst feststellen können, ob das Spielzeug ihrer Kleinen mit Blei belastet ist. Sinnvoller erscheint mir da schon die Seite HealthyToys, auf der Eltern nachsehen können, ob bestimmtes Spielzeug Schadstoffe enthält. Für Blei, Kadmium, Chlor, Arsen und Quecksilber wird dort angegeben, ob ein Produkt bedenkliche Werte erreicht. Naturgemäß beschränkt sich die Seite auf die amerikanische Produktpalette. Aber viele Spielzeuge wie die von den jüngsten Rückrufaktionen betroffenen Mattel-Produkte sind ja ohnehin international.

Blei in den Regalen? Komplett giftfreie Öko-Spielzeuge sind für die meisten Kinder wohl keine Alternative - der Charme von Holzspielzeug wirkt auf Kevin & Co. nur bedingt. Ökotest-Redakteur Klaus Späne nennt im Interview mit der Readers Edition einen Mittelweg:

Die meisten Kinder stehen eher auf konventionelle Spielsachen, das ist wahr. Aber es gibt durchaus Hersteller wie etwa Playmobil, Big oder Käte Kruse, die bewusst auf unbedenkliche Materialien setzen, wenn auch nicht auf Öko-Stoffe. Grundsätzlich dürften sich die Hersteller aber nach dem Markt richten: d.h. wenn die Verbraucher belastete Produkte nicht mehr kaufen, kommen auch eher gesündere Produkte in die Geschäfte.

Sicherlich können sich nicht alle Eltern die genannten Marken leisten. Aber dass Qualität und Preis zusammenhängen, bestätigt auch Verbraucherschützerin Sylvia Maurer im Deutschlandfunk:

Sie sollten nicht in sogenannten Billigläden, 99-Cent-Shops, Spielzeug einkaufen, weil sich da herausgestellt hat, dass die Gewerbeaufsicht besonders häufig gefährliches Spielzeug findet.

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8 Reaktionen zu “Gift in Spielzeug: selbst testen?”Feedicon

[…] Aber was ist nun die sichere Alternative? Die wenigsten Kids dürften sich mit Holzspielzeug zufrieden geben. Der TÜV rät im Deutschlandfunk “Kuschelspielzeug” vor dem ersten Gebrauch zu waschen. Denn wenn Produkte in Containern verschifft werden, dann werden sie häufig mit Mitteln gegen Ungeziefer eingesprüht. Spielzeug, das unangenehm riecht, könnte Blei oder Weichmacher enthalten. Auch “beduftetes” Spielzeug ist nichts für Kinder, denn die Duftstoffe lösen häufig Allergien aus. Ein Redakteur von Ökotest meint im Interview, dass “Hersteller wie etwa Playmobil, Big oder Käte Kruse” bewusst auf unbedenkliche Materialien setzen würden, wenn auch nicht auf Öko-Stoffe (via konsumo-Blog). […]


Ich denke es ist wichtig auf bestimmte Spielzeug Siegel zu schauen - diese gibt es ja sehr manigfach und sollten für eine gute Qualität stehen. Als Beispiele sollen hier folgende genannt werden: Reddot Design Award, den German Design Prize oder das Spiel Gut Siegel vom Arbeitsausschuss für Kinderspiel und Spielzeug. In den Unitet States gibt es Parent´s Choice, Oppenheim Toy Portfolio, Best toy of the year - Parenting Magazine, Child´s Best Toy Awards. Ich möchte hier noch kurz auf den vorgehenden Kommentar eingehen - Spielzeug, das unangenehm riecht, könnte Blei oder Weichmacher enthalten. … auch “beduftetes” Spielzeug ist nichts für Kinder, denn die Duftstoffe lösen häufig Allergien aus. Es gibt aber auch beim Holzspielzeug Spielzeuge aus Holz die riechen, und zwar sehr angenehm einfach nach Holz, aber auch wenn Holzspielzeug mit Leinölfirns eingelassen ist wird es nach Holzöl riechen.


Hallo HDS,
danke für den Hinweis auf die Siegel. In den konsumo-Verbrauchernachrichten stellen wir regelmäßig Siegel vor, hier eine Übersicht:
http://www.konsumo.de/news/tag/Siegel-Kunde
“Spiel gut” ist bereits dabei, die übrigen von dir genannten nehmen wir mal in unsere Planung auf.


[…] diesen Prüfsiegeln können weitere Hinweise dafür sorgen, sicheres Spielzeug für Kinder zu kaufen. Riecht das […]


Finde die Idee schon sehr gut…Danke für den Hinweis! Muss noch sagen toller Blog, hier hab eigentlich sehr nützliche Infos gefunden….


Ich denke, dass es besser ist, dem Kind nicht oft, aber die wirklich qualitativen und sicheren Spielzeuge zu kaufen. Und wenn das Spielzeug billig kostet, es ist ja natürlich, dass sie nicht aus der besten und sicheren Materialien gemacht ist. Aber warum gibt es keine Qualitätsprüfung im Geschäft? - das ist die Frage!


Leider ist das Thema Gift in Holzspielzeug heute immer noch ein großes Problem.

Solange die Politik keine verbindlichen Richtlinien für Grenzwerte einführt, wird sich das wohl auch nicht ändern.
Und da Spielzeug viel zu selten kontrolliert wird, interessieren die Grenzwerte sowieso niemanden.


ist es nicht so, dass es dafür jetzt ein zertifikat gibt? ich meine, ich habe dies erst letztens in einer grossen online zeitung gelesen. wäre schön, wenn dies jemand bestätigen könnte, damit ich wieder mit reinem gewissen meinen kindern etwas gutes tun kann.


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