Hungrig im Supermarkt

Dienstag, 16. Oktober 2007

Einkaufswagen - Quelle: code poetDiese Sparfüchse können einem aber auch alles verderben. Erst sollen wir unser Auto untertourig fahren, um Sprit zu sparen, dann sollen wir unsere Standby-Geräte richtig ausschalten und jetzt sollen wir auch noch vollkommen genussfrei einkaufen. Um im Supermarkt nicht den bösen Tricks der modernen Warenpräsentation zu unterliegen, sollten wir

  • nicht hungrig einkaufen gehen
  • nicht müde einkaufen gehen
  • einen kleinen Einkaufskorb wählen
  • uns streng an einen Einkaufszettel halten
  • uns die Nase zuhalten
  • uns am besten gleichzeitig auch die Ohren zuhalten
  • statt Großeinkäufen öfter kleine Einkäufe machen
  • nur Männer einkaufen lassen
  • nur Supermärkte wählen, in denen man sich im Uhrzeigersinn vom Eingang zur Kasse bewegt.

Wirklich eine Unverschämtheit, dass die Ladeninhaber uns ihre Waren ansprechend präsentieren! Doch was würde es bedeuten, wenn in Supermärkten künftig ansprechende Beleuchtung, Musik und Düfte wegfallen würden, wenn alle Kunden nur noch mit klarem Kopf einkaufen gingen?

Wenn wir lediglich das einkaufen würden, was wir wirklich brauchen, ginge morgen weltweit die Wirtschaft zugrunde. Ich bin 55. Hemden, Hosen, Schuhe – davon habe ich genügend für den Rest meines Lebens.

sagt Supermarktwissenschaftler Paco Underhill, wird aber auch weiterhin Klamotten kaufen. Und ich auch. Ich mache mir keinen Einkaufszettel und keinen Wochenspeiseplan, wie es von der Geizlobby empfohlen wird. Ich gehe nicht gerne mit vollem Bauch einkaufen. Ich genieße es, mich im Supermarkt von den angebotenen Waren inspirieren zu lassen und eine spontane Kaufentscheidung zu treffen. Da macht es auch nichts, wenn ich am Ende mehr Geld an der Kasse lasse als nötig wäre - Genuss kostet eben Geld.

Was sagt eigentlich der Shopblogger dazu?

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Aloha, konsumo

Samstag, 13. Oktober 2007

Andrej Heiligkonsumo sponsort einen Teilnehmer beim Ironman auf Hawaii. An diesem Samstag tritt Andrej Heilig aus Herrenberg in Baden-Württemberg dort erstmals an. Nachdem er bei der Qualifikation auf Lanzarote schon Erfahrung mit Triathlons auf Vulkaninseln gesammelt hat, geht das konsumo-Team selbstverständlich davon aus, dass Andrej uns auf Hawaii gut präsentieren wird. Sein Ziel ist jedenfalls ehrgeizig: Er will unter den ersten 100 der 1600 Teilnehmer das Ziel erreichen - damit würde er zu den besten Amateur-Triathleten der Welt gehören. Aber bis es so weit ist, liegen noch 3,8 Kilometer Pazifikschwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen vor ihm. Wir drücken Andrej alle unsere Daumen und werden vor dem Fernsehbildschirm (ARD, heute Nacht ab 0.15 Uhr) mitfiebern. Mehr über Andrej in seinem Blog.

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Kunst 2.0

Freitag, 12. Oktober 2007

Nachdem ich dank des Bahnstreiks heute morgen in Brühl, dem Niemandsland zwischen Bonn und Köln, gestrandet bin, fiel mir am dortigen Bahnhof ein Plakat des Zentrums für Kunst und Medientechnologie (ZKM) ins Auge. “You_ser: Das Jahrhundert des Konsumenten” lautet der Titel einer Ausstellung, die in Karlsruhe ab dem 21. Oktober bis Ende 2008 zu sehen ist. Der Werbetext auf der Website beschreibt Web-2.0-Plattformen als neuen Raum für kreative Äußerungen der Nutzer. Die vielbeschworene Formel vom Nutzer als Programmdirektor überträgt das ZKM auf die Kunst:

Die in der Ausstellung präsentierten, neuen Installationen übertragen das im Internet entwickelte Potenzial der Mitgestaltung durch den Benutzer in einen künstlerischen Kontext und ermöglichen den BesucherInnen, sich zu emanzipieren. Sie können als KünstlerInnen, KuratorInnen und ProduzentInnen agieren. Die AusstellungsbesucherInnen stehen als Nutzer, als emanzipierte Konsumenten im Zentrum.

Ich frage mich, warum hier Nutzerinnen und Konsumentinnen diskriminiert werden. Aber im Ernst: Der übrige Text kommt mit weniger Binnenversalien aus, ist dafür aber heftigst intellektuell verschwurbelt. Die Entwicklung der neuen Einfachheit im Web 2.0, die es den Menschen besonders leicht macht, zu aktiven Teilnehmern zu werden, scheint in der Kunst 2.0 noch nicht angekommen zu sein. Ist wohl noch beta. Vielleicht sollte man sich in der Mitmachkunst einfach auf die längst vergessenen Kindergartentage besinnen, als jeder mit ein paar halbierten Kartoffeln, ein wenig Farbe und Papier zum Mini-Pollock wurde.

Nachtrag: Mark Pohlmann hat sich nochmal Gedanken dazu gemacht, was die Menschen eigentlich zum Mitmachen bewegt.

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Ich will auch zu den Leuten gehören, die voll in sind.

Freitag, 12. Oktober 2007

Ich glaube, so viele Markennamen sind noch nie in einer Sendung des Deutschlandfunks gefallen. “Kinder im Konsumrausch” lautete der Titel der heutigen Lebenszeit-Sendung. Eigentlich eine schlimme Call-In-Sendung, aber dann und wann doch ganz interessant. Marken und Statussymbole, erfuhr man heute, scheinen für Kinder und Jugendliche wichtig zu sein, je nach familiärem Umfeld unterschiedlich stark ausgeprägt. Zwischen Wunsch und Kaufentscheidung gebe es aber eine Diskrepanz, sagt der befragte Pädagoge dazu. Und man lernt, Kinder sind nicht mehr einfach nur Schüler, sondern SKIPPIES: School Kids with Income and Purchasing Power. Die ganze Sendung gibt es als MP3 beim Deutschlandfunk.

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konsumo in Top 10 der Info-Seiten

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Screenshot Mister Wong Website ChartsEin schöner kleiner Erfolg: In den aktuellen Top 10 der Info-Sparte bei Mister Wong ist konsumo auf Platz 9 eingestiegen. Im Gesamtklassement schafft es konsumo auf Platz 59. Der Monat ist zwar noch lange nicht zu Ende, und wir können uns vielleicht nicht dauerhaft zwischen zeit.de und faz.net behaupten, aber eine dauerhafte Platzierung in den Charts wäre schon nett. Also: konsumo zu Mr. Wong hinzufügen!

Die hohen Platzierungen sind darauf zurückzuführen, dass für die Charts nur ausgewertet wird, wieviele neue Bookmarks für eine Website hinzugekommen sind. Klar, dass konsumo als neues Angebot mehr Neu-Bookmarks verzeichnen kann als etablierte Sites, die sowieso schon jeder in seinen Bookmarks hat.

Schon im September hatte Mister Wong übrigens für ein kleines Erfolgserlebnis bei uns gesorgt. Nur vier Wochen nach unserem Beta-Launch erfreute sich die Kaufberatungs-Plattform bei Mister-Wong-Benutzern zunehmender Beliebtheit, sodass konsumo unter “aktuell populär” auf der Startseite vertreten war. Das hat zu einem netten Peak in unserer Besucherstatistik geführt.

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Studie: User generated content beliebt

Dienstag, 9. Oktober 2007

Hier ist sie auch schon, die Gegenstudie zu meinem letzten Eintrag. Hatte der Stern noch kaum eine Perspektive für nutzergenerierte Inhalte gesehen, so zeigen die Vorab-Ergebnisse der JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (PDF-Pressemitteilung), dass gerade diese Inhalte bei Jugendlichen hoch im Kurs stehen:

Ein Viertel der jugendlichen Internetnutzer beteiligt sich aktiv am Web 2.0 und produziert mindestens mehrmals pro Woche eigene Inhalte, sei es durch das Einstellen von Bildern, Videos, Musikdateien oder das Verfassen von Blogs oder Newsgroupbeiträgen. Fast jeder dritte Junge und jedes fünfte Mädchen mit Interneterfahrung trägt so regelmäßig zum Web 2.0 bei.

Dadurch, dass die Jugendlichen von Anfang an mit nutzergenerierten Inhalten Erfahrungen sammeln, gehe ich davon aus, dass deren Anteil - anders als es die Stern-Studie sagt - deutlich steigen wird. Dementsprechend zählen die Studienteilnehmer schon jetzt hauptsächlich Web-2.0-Sites mit user generated content zu ihren Lieblingswebsites. Allerdings macht die JIM-Studie auch klar, dass man nicht zu viel erwarten darf. Zu konkreten Websites befragt, offenbart sich ein deutlich geringerer Anteil der Befragten als aktive Teilnehmer:

So haben beispielsweise 78 Prozent der Internetnutzer schon einmal etwas in der Web-2.0-Enzyklopädie Wikipedia gesucht, aber nur vier Prozent haben aktiv Einträge verfasst. Ähnliches gilt für die Videoplattform „YouTube“, hier hat immerhin schon jeder zehnte jugendliche Internetnutzer einmal ein Video eingestellt, drei Fünftel nutzen diese Seite jedoch nur passiv und schauen Videos an. Bei „Myspace“ haben sieben Prozent der Internetnutzer zwischen 12 und 19 Jahren schon einmal Inhalte eingestellt.

Diese Zahlen liegen aber immer noch weit über denen der Durchschnittssurfer.

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Studie: User generated content überbewertet

Freitag, 5. Oktober 2007

Web 2.0 eher selten“In der Diskussion über Web 2.0 gab es in den letzten zwei Jahren Übertreibungen, was die Dimensionen und Perspektiven von nutzergenerierten Inhalten angeht. Der Anteil der Leute, die in nennenswertem Umfang eigene Inhalte und Medienprodukte ins Netz stellen werden, wird auch langfristig kaum über zehn Prozent hinausgehen.” Das hat Uwe Sander, Leiter Anzeigen und Marketing stern, gegenüber pressetext geäußert. Er beruft sich dabei auf eine Studie seines Magazins, für die das Institut Sinus Sociovision 10.000 Interviews ausgewertet hat. User generated content, heißt es in einer Pressemitteilung (PDF), werde überschätzt:

2,5 Millionen (7,2 Prozent) aller Internetnutzer im Alter zwischen 14- bis 64 Jahren sind die Intensiv-Nutzer, die regelmäßig bloggen, fremde Blogs kommentieren, Inhalte bei Foto- und Videocommunities einstellen, Einträge bei Wikipedia schreiben, Produktbeurteilungen für Amazon, Ciao und ähnliche Seiten verfassen oder in Foren und Communities aktiv sind. Fast genauso groß ist mit 2,4 Millionen (7,0 Prozent) die Gruppe derer, die regelmäßig an ihrer Internet-Homepage arbeiten. „Die faszinierende und revolutionäre Möglichkeit, dass jeder Empfänger auch zum Sender werden kann, gibt es immerhin schon seit 1993“, erläutert Lindner. „Aber 90 Prozent der Leute werden auch zukünftig in ihrer Freizeit eher Medieninhalte konsumieren als produzieren.“

Seine Prognose kann Stern-Anzeigenleiter Thomas Lindner aber offenbar nicht mit Zahlen belegen. Die Studie (jedenfalls das, was von ihr öffentlich bekannt ist) gibt nur eine Momentaufnahme wieder. Einen Vergleich zu älteren Untersuchungen liefert sie nicht und somit kann sie keine Entwicklung darstellen. Bei seinem Rückblick in die Neunzigerjahre lässt Stern-Mann Lindner außer acht, dass es heute um ein Vielfaches einfacher ist, eigene Inhalte zu publizieren, als vor 15 Jahren. Dass die Anzahl online publizierender Menschen seither nicht gewachsen ist, wird auch er sicherlich nicht behaupten wollen. Aber die Gründe für ihre Annahme, diese Entwicklung sei jetzt zu Ende, sodass der Anteil aktiver Internetnutzer nicht weiter steige, bleiben die Marktforscher schuldig.

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Konsumenten zwischen den Regalen

Dienstag, 2. Oktober 2007

Konsumenten greifen immer häufiger zu Bio-Produkten, das ist bekannt. Gleichzeitig halten sie aber auch etablierten Marken die Treue. Derzeit scheint mal das eine Kriterium (bio), mal das andere Kriterium (etabliert) beim Kauf entscheidend zu sein. Die Hin- und Hergerissenheit der Kunden zwischen den Regalen dokumentiert ein Satz auf Horizont.net: “Selbst wer sehr häufig Bio-Lebensmittel konsumiert, vertraut Nivea in hohem Maße.” Wer auf Bio setzt, verliert also nicht das Vertrauen in Markenprodukte. Gleichzeitig beweist die Studie von “Produkt + Markt”, die Horizont.net zitiert, dass auch Bio-Produkte (bei Ökofans) generell ein hohes Vertrauen genießen:

Bio-Molkereiprodukte von Andechser und Berchtesgadener Land genießen ein deutlich höheres Vertrauen als die Produkte unter der renommierten Marke Müller Milch. Auch die Bionade liegt bei den Getränken in der Beurteilung noch vor Granini, wenn auch äußerst knapp.

Nur sind die Bio-Marken eben noch nicht etabliert. Während Granini nur sechs Prozent der Befragten unbekannt ist, haben 73 Prozent noch nie etwas von Bionade gehört. Aus dem selben Grund kann das ökologische Produkt Dr. Hauschka noch nicht mit Nivea konkurrieren. Solange der Bekanntheitsgrad der Bio-Marken noch gering ist, können die etablierten Markenanbieter daher offenbar jenseits von Preis- oder Öko-Interessen immer noch punkten - selbst bei einer Kundschaft, die viele Bio-Produkte kauft.

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