Bio = besser?
Viele Verbraucher wissen nicht, was “Bio” eigentlich konkret bedeutet - aber sie finden es gut.
gibt sich die taz heute erstaunt über die Ergebnisse einer Studie von Ernst & Young. Demnach ziehen die Verbraucher Bioprodukte herkömmlichen Produkten generell vor. Immerhin 38 Prozent von ihnen sind bereit einen Aufschlag von mehr als zehn Prozent zu bezahlen. Oftmals seien damit aber falsche Erwartungen an das Produkt verbunden:
82 Prozent der Befragten verbinden mit Bio gesunde Ernährung, 70 Prozent artgerechte Tierhaltung und Artenschutz. Gute Nährwerte und Umweltschutz erwarten 65 Prozent bzw. 60 Prozent der Befragten von Bio-Produkten. Und jeder dritte Verbraucher (35 Prozent) geht davon aus, dass in der Herstellung von Bio-Produkten Energie eingespart wurde. Tatsache sei aber, dass Bio weder artgerechte Tierhaltung noch Umweltschutz zwingend vorschreibe.
Der Kauf von Bioprodukten macht aus mir also noch lange keine Tier- oder Umweltschützerin und manche Bioprodukte sind schlimmere Dickmacher als ihre konventionellen Verwandten. Wofür bezahle ich an der Kasse dann „gern“ bis zu zehn Prozent mehr? Die Stiftung Warentest geht in ihrer Novemberausgabe dieser Frage am Beispiel Vollmilch nach und kommt zu folgendem Schluss:
Ökomilch liegt bei der Qualität vorn. 6 der 7 Biomilchen waren bei einem Test der Stiftung Warentest „gut“. Sie rochen und schmeckten rein, waren fast immer vollmundig und chemisch und mikrobiologisch in Ordnung. Dagegen waren nur 5 von 12 konventionellen Frischmilchen und 8 von 17 H-Milchen „gut“.
Leider ist es laut der Stiftung Warentest jedoch nicht mit einem für einen Großteil der Verbraucher akzeptablen Preisaufschlag von zehn Prozent getan, denn die Testsieger mit Biosiegel sind fast doppelt so teuer wie die frische Vollmilch vom Discounter. Qualität kostet eben? Nein, was für Vollmilch gilt, gilt für Vollmilchprodukte, wie Vollmilchschokolade, nicht unbedingt:
Bei einem Test von Milchschokolade führen drei Produkte der Discounter Lidl und Aldi die Riege der elf „guten“ Schokoladen an. Die Bioschokolade Gepa 3 Fairena zeigte in Geruch und Geschmack nicht nur Fremdnoten und schmeckte sehr fettig, sondern enthielt in der Schokolade auch ein Konservierungsmittel, das aus der Verpackung stammte. „Mangelhaft“ lautete deshalb das Qualitätsurteil.
Dass teuer nicht unbedingt besser sein muss, ist nicht neu. Dass Bio auch nicht immer die beste Wahl ist, muss sich angesichts des aktuellen Hypes erst noch herumsprechen.




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Eines dieser Missverständnisse ist auch, dass bio gleich öko sei. Man sehe sich nur die Plastikverpackung des oben abgebildeten Bioprodukts an. Auch beliebt: Bio-Zitronen aus Chile, frisch eingeflogen.