Prä-Launch-Motivation wirkt immer noch

Geburtstagskuchen (Quelle: ansik bei flickr.com)Seit genau zwei Monaten ist konsumo jetzt online. Während wir eifrig neue Funktionen konzipieren und entwickeln (dazu später mehr), erinnern wir uns auch oft an die Zeit vor dem Beta-Launch zurück. In dieser Zeit haben wir natürlich intensiv die Blogosphäre und die Web-2.0-Szene beobachtet. Und immer dann, wenn wir gerade in ein kleines Motivationsloch gefallen waren, stießen wir auf einen Artikel, der uns zeigte, dass wir das Richtige tun.

Was verändert sich, sobald Konsumenten aus ihrer Passivität ausbrechen?
Alles. Die Kunden wissen mehr über die Produkte als die Verkäufer.

schrieb Mark Pohlmann im Themenblog und in dem dort verlinkten PDF. Das Wissen der Kunden zu sammeln und zu sortieren, war also keine ganz falsche Idee - dazu unten mehr. Aber auch, dass dafür eine Redaktion notwendig ist, die die Website plant, die den Überblick behält, die das Projekt steuert und vermarktet, auch das fanden wir bestätigt. Und zwar bei Read/WriteWeb:

But can crowdsourcing be successful at creating products, predicting markets, or organizing data? (…) I came up with the following rules to help assure success in tapping the wisdom of crowds:

  1. Crowds should operate within constraints. To harness the collective intelligence of crowds, there need to be rules in place to maintain order.
  2. Not everything can be democratic. Sometimes a decision needs to be made, and having a core team (or single person) make the ultimate decision can provide the guidance necessary to get things done and prevent crazy ideas and groupthink from wreaking havoc on your product.
  3. Crowds must retain their individuality. Encourage your group to disagree, and try not to let any members of the group disproportionately influence the rest.
  4. Crowds are better at vetting content than creating it. It is important to note that in most of the above projects, the group merely votes on the final product; they do not actually create it (even at Cambrian House, where the group collaborates to create the product, individuals are still creating each piece on their own and the group votes on whose implementation of an idea is best).

Und schließlich hat uns auch gefreut, dass wir nicht die einzigen sind, die sich für einen mündigen Verbraucher einsetzen. Auch wenn Horst Seehofer und die Bundesregierung unter dem souveränen Verbraucher in der digitalen Welt etwas anderes verstehen als wir.

Zum Schluss möchten wir noch einmal Mark Pohlmann zitieren, der in seinem Artikel Meinungen sind Tatsachen schreibt, welchen Produktinformationen Verbraucher vertrauen. Dabei beschreibt er - ohne es zu wissen - genau, warum die Welt konsumo braucht:

Aber hier [in Blogs] werden selten bis gar nicht Kaufentscheidungen über Autos, Fotoapparate, Kinderwagen, Restaurants oder Kosmetikartikel gefällt. Das passiert eher in den hunderten Foren, die einem erfahrenen Marketier Augenkrebs schon vom Hinschauen verursachen. Doch es hilft nichts: Hier erhält jeder, der eine echte Meinung oder tatsächliche Erfahrung zu einem Produkt sucht, meist innerhalb weniger Minuten (und immer kostenlos), und das auch am Sonntagabend, eine fundierte, ehrliche Antwort. Über die sich diskutieren läßt, was dann auch meistens geschieht. Am Ende sind alle klüger - klüger vor allem als der von seinem Hersteller meist vollkommen falsch geschulte Verkäufer, der einem ob der oft exzellent informierten Kaufinteressenten schon fast leid tun kann.

In diesem Sinne: konsumo ist erfolgreich in die Betaphase gestartet und wir wünschen allen unqualifizierten Verkäufern da draußen viel Spaß mit unseren Nutzern.

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