Phobie-Report Teil 2: Die Angst des Gründers vor dem Bloggen
Eigentlich bin ich kein sonderlich ängstlicher Mensch. Aber nachdem ich am Freitag schon von meiner Blogger-Phobie berichtet habe, muss ich nun auch meine Angst vor dem Bloggen gestehen.
Den konsumo-Blog gibt es immerhin schon seit Mitte Mai. Auch wenn Andreas Gerads von easn.de uns dankenswerter Weise in seine Liste von Gründerblogs aufgenommen hat, muss ich zugeben, dass wir vor dem Start kaum etwas zu konsumo geschrieben haben. Wir haben uns mehr auf Verbraucherschutzthemen konzentriert. Rückblickend habe ich drei Gründe dafür identifiziert, dass wir kaum über unser Projekt berichtet haben:
Grund 1: Angst vor dem Ideenklau
Natürlich hat man als Gründer Angst um seine Idee. Auch wenn wir hin und wieder Andeutungen über unser Konzept in die Blog-Beiträge eingestreut haben, hielt uns die Furcht vor einem Ideen-Klau davon ab, mehr vom konsumo-Konzept zu enthüllen. Der Thinkomat-Blogger Marko Krause kommt in seinem interessanten Beitrag zum Thema Gründungsblogs (via best-practice-business.de) zu dem Schluss, dass es bisher noch keinem Start-Up wirklich geschadet hat, offen über das Konzept zu berichten. Das mag stimmen. Leider ist es mit der Angst vor dem Ideen-Klau wie mit der bei Kindern verbreiteten Furcht vor einem Monster unter dem Bett: Selbst wenn sie sich vergewissert haben, dass dort nur alte Socken liegen, vertreibt das die Angst nicht immer.
Grund 2: Angst vor der Blamage
Wer ein Unternehmen gründet, lernt dabei eine Menge - nicht zuletzt auch aus den vielen, teilweise haarsträubenden Fehlern, die man im Laufe der Zeit begeht. Über seine vielen Irrtümer offen zu reden (oder zu schreiben), fällt den wenigsten Menschen leicht - auch aus Angst, sich zu blamieren.
Wie ich festgestellt habe, ist aber gerade Kommunikation das beste Mittel gegen solche Gefühle. Wenn man zum Beispiel Veranstaltungen wie das Barcamp besucht, merkt man schnell, dass sich andere Gründer mit denselben Problemen herumschlagen. Vielleicht hätte ein offener Umgang im Blog einen ähnlich positiven Effekt gehabt.
Grund 3: Journalisten als Blogger
Wie die anderen konsumo-Gründer auch, bin ich gelernter Journalist. Auch wenn ich deshalb das Schreib-Handwerk eigentlich ganz gut beherrschen sollte, hat mich dieser berufliche Hintergrund eher gehemmt. Als Journalist ist man gehalten, Sachverhalte klar, sachlich und faktenorientiert darzustellen. Das eigene Profil, die eigene Meinung steht dabei klar im Hintergrund. Als Journalist sucht man zudem nach Themen, die andere interessieren - es ist sehr ungewohnt, sich selber in den Mittelpunkt zu stellen. Für einen Gründerblog zu schreiben, war und ist deshalb für mich eine große Umstellung.
Ängste muss man überwinden
Ich bin zuversichtlich, dass ich meine Angst vor dem Bloggen genauso überwinden werde, wie die vor den Bloggern. Künftig werden wir im konsumo-Blog öfter darüber berichten, was uns beschäftigt. Verbraucherschutzthemen werden im konsumo-Blog aber weiterhin eine Heimat haben: Schließlich ist es das Ziel unserer Plattform, Konsumenten das Leben einfacher zu machen.




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