Warten auf den Bio-Skandal

Wo kommen eigentlich all die Bio-Produkte auf einmal her? Bio-Supermärkte schießen aus dem Boden und auch beim Discounter um die Ecke gibt’s immer mehr bio. Kann das noch mit rechten Dingen zugehen? Das fragt sich auch ZEIT Wissen und weiß, wie’s geht:

Anfang des Jahres entdeckte ein Kontrolleur, dass die Farmer offenbar konventionelles und Ökoobst zusammen in Kisten packten und als Bio etikettierten. Er entzog ihnen sofort das Siegel, doch nur wenige Wochen später bekamen die Bauern es zurück - von einer anderen Kontrollstelle.

Schiebereien mit Bio-Äpfeln? Quelle: Nicholas Babaian bei FlickrDas Problem: Die Kontrollstellen stehen im Wettbewerb und versuchen durch niedrige Preise und lasche Kontrollen neue Kunden zu gewinnen. Auf dem Papier ist zwar geregelt, dass bio in Südafrika das gleiche bedeutet wie in Hamburg, aber die Realität kann eben anders aussehen. Bio ist zum Riesengeschäft geworden, laut ZEIT Wissen werden für Obst immer horrendere Preise gezahlt. Der oben erwähnte Pfusch könnte also nur die Spitze des Eisbergs sein. “Alle warten auf den ersten großen Bioskandal”, wird ein Sprecher der Biomarke Naturkind zitiert.

Noch aber überwiegen die positiven Nachrichten. So sind Bio-Lebensmittel tatsächlich gesünder und mit wissenschaftlichen Methoden lassen sich im Labor Bioprodukte von herkömmlichen Produkten unterscheiden. Und, was wirklich überraschend ist: Bio-Obst aus fernen Ländern ist ökologisch gesehen nicht unbedingt schlechter als der heimische Bio-Apfel, zumindest, wenn man ihn Anfang April kauft:

Der deutsche Apfel hat 150 Tage Kühlhaus hinter sich, der neuseeländische ist rund 23.000 Kilometer weit gereist. Welcher von beiden hat denn nun das Klima mehr belastet? Gerade einmal ein Drittel mehr Energie koste der Überseeapfel. Sprich: Während Herstellung und Transport wird nur ein Drittel mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen. Das ist kaum mehr CO2, als während der Autofahrt zum drei Kilometer entfernten Supermarkt entsteht, die der Käufer im Schnitt zurücklegt.

So gibt der ZEIT-Wissen-Artikel die Ergebnisse des Bonner Forschers Michael Blanke wieder. Das Beispiel des Frühjahrs-Apfels lässt sich aber nicht auf sämtliches Bio-Obst übertragen: So drängen chinesische Früchte auf den europäischen Markt, sind aber zur gleichen Zeit reif wie die heimischen - weil China auf der Nordhalbkugel liegt. Somit ist der weite Transport überflüssig, da ist es besser, Käufer greifen zu Obst aus ihrer Region. Auch Ananas oder Mangos, die mit dem Flugzeug statt per Schiff transportiert werden, sind eine Öko-Sünde. Den ganzen Artikel aus ZEIT Wissen gibt’s an anderer Stelle auch online.

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Eine Reaktion zu “Warten auf den Bio-Skandal”Feedicon

Der Deutschlandfunk berichtet heute, dass die Briten über ein Luftfracht-Verbot für Bio-Lebensmittel diskutieren:

Öko-Spargel als Klima-Killer?


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